Archive for February, 2010

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Erdbeben

February 27, 2010

Vor 2 Stunden gab es vor der Kueste Chiles ein haeftiges Erdbeben. Laut verschiedenen Internetseiten 8.3-8.5 auf der Richter Skala.

Das komplette Hostel (im 10. Stock eines Wohngebaeudes) hat angeblich gewackelt. Ich hab davon nichts mitbekommen, weil ich (etwas angetrunken) geschlafen habe. Das Hostel im 10. Stock und das komplette Gebaeude wurde komplett evakuiert. Ich dachte erst es ist ein bleoder Scherz als alle in meinem Zimmer auf einmal ihre Sachen gepackt haben. “Koennen die nicht das Licht aus lassen, wenn sie zum Bus muessen?”

“Man, wake up. We have to leave. There was an earthquake. Didnt you feel it shaking?”

Hier ist nichts passiert. Durch Gruppenkuscheln im Park haben wir uns warmgehalten und auch das erste Nachbeben, mit nachfolgender Komplettevakuierung ueberlebt. Keine Schaeden oder sonstiges.
Die Strassen voller Leute und viele alte Menschen total verstoert im Bademantel wuseln durch die Lobby und auf der Strasse herum – Zwischen vielen Besoffenen, die gerade aus dem Club evakuiert wurden.
Wie es an der chilenischen Kueste aussieht ist noch unklar. Angeblich keine groesseren Schaeden.

Von den Behoerden gab es Entwarnung fuer unser Gebaeude.
Einige der Hostelgaeste haben ihre Zelte trotzdem im angrenzenden Park aufgeschlafen udn schlafen jetzt dort.

Es werden wohl noch ein paar Nachbeben erwartet, aber nichts weltbewegendes… 😉

***EDIT***

Ok wohl etwas sehr untertrieben. Zu der Zeit als ich das geschrieben habe, war von 6 Toten und kleinen Schaeden die Rede. Mitlerweile gehen die Toten in die hunderte und Santiago liegt angeblich teilweise in Truemmern. Viel bekommt man hier leider trotzdem nicht mit. Im Fernsehen berichten sie dann doch lieber ueber das letzte River-Spiel oder den letzten Ueberfall in Buenos Aires….

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Carretera Austral – Von Coyhaique nach Futaleufú

February 16, 2010

Moooin 🙂

immernoch angenaesst, mit schlaefrigen Augen und beginnenden Muskelkater sitz ich hier im Internetcafe in Futaleufú.
Futalewas?
Futaleufú – Gesprochen Fu-ta-leh-fuu – liegt nahe der argentinischen Grenze etwas suedlich des Seengebiets in Chile und Argentinien. Die Carretera Austral habe ich hier schon verlassen. Was? So schnell ging das? Noch vor ein paar Monaten hab ich mir die Carretera Austral als einsamen Feldweg durch den Regenwald vorgestellt. Das ist auch das was jeder erzaehlt. In Wirklichkeit ist es ein Feldweg durch den Regenwald. Allerdings anders als man es sich vorstellt 🙂
Die Geschwindigkeit mit der sich die Landschaft (und damit die genialen Aussichten) aendern sucht nur so ihres gleichen. Im 20 Minuten Takt hat man teilweise einen 100%igen Wandel. Von zerkluefteten Bergen mit haengenden Gletschern und Schneefeldern ueber grenzenlose Weiten mit verbrannten Baeumen, Kuehen und Schafen bis hin zu tiefstem Regenwald mit 2-meter-Durchmesser Nalca Pflanzen am Strassenrand und wilden Geltscherbaechen, die an bzw. unter der Strasse entlangrauschen.

Von Coyhaique, dem kleinen Oertchen, in dem ich einige Tage verbracht habe, bin ich in einem 2-Tages-Trip nach Futaleufú gekommen. In Coyhaique hatte ich extremes Glueck. Bin an diesem Tag insgesamt mit 3 Leuten getrampt und hab insgesamt etwa 5 MInuten Wartezeit gehabt 😀
Von Coyhaique gings mit einem Kleinunternehmer bis an eine Kreuzung ab von der Carretera Austral (die hier geteert ist! Woohooo 🙂 ), dort wurde ich von einem Strassenbauingenieur bis an die Kreuzung nach Puerto Cisnes mitgenommen. Hier wird der Strassenbelag deutlich steiniger und schmaeler 🙂 Kurz: Der Teer hoert auf und die Strasse verengt sich zu einem 2,20m Feldweg durch den Regenwald. An der Kreuzung standen bei meiner Ankunft zwei LKWs und haben Ladung umverladen und der eine hat mich sofort mit nach Puyuhuapi genommen. Puyuhuapi ist eigentlich sehr nett. Gegruendet in den 40er Jahren von 4 Deuschen Auswanderern war es seeehr lange nur per Boot (wenn ueberhaupt) erreichbar. In den 80ern wurde es dann mit der Carretera Austral an die befahrbare Aussenwelt angeschlossen. Der komplette Strassenbau per Hand. Ohne Maschinen o.ae.
In der “Townhall” haengen sehr viele Fotos der ersten Gebaeude udn EInrichtungen. Viel ist nach Deutschen benannt. Otto Uebel, einer der Gruender, hat seine eigene Strasse 🙂
Zusaetzlich gibt es den Queulat Glaciar Colgante, einen “haengenden” Geltscher, den man sogar beim vorbeifahren an der Strasse oberhalb in den Bergen sehen kann. Tolles Schauspiel!
Glaciar Colgante

Heisse Thermen gibt es auch, aber einige km ausserhalb vom Oertchen und zu teuer fuer mein Budget 🙂 Eigentlich wollte ich an dem Tag noch weiter nach Norden, aber hab in der Touriinfo eine Hollaenderin und eine Schweizerin kennen gelernt und mich beim Mate und Palta-Brot (Palta = Avocado – chilenische “Nationalfrucht” 😉 ) verquatscht und dann beschlossen zu bleiben. Netten Abend gehabt im Hostel mit ein paar Litern Gato negro – (dem wohl besten Tetrapakwein den ich je getrunken habe), Fertignudeln und einem deutschen Paerchen aus Jena, die ein halbes Jahr in Suedamerika unterwegs sind. Total Planfreaks 🙂 Hatten ihren halben Urlaub schon auf den Tag genau mit Budget und Fluegen/Bussen durchgeplant. Sehr liebenswuerdig aber zu durchstrukturiert fuer meinen Geschmack 🙂

AM naechsten Tag gings von Puyuhuapi zaehfluessig Richtung Futaleufu. Hatte erst ueberlegt der Carretera Austral weiter nach Chaitén zu folgen, wo 2008 der fuer inaktiv gehaltene Vulkan mit dem gleichen Namen ausgebrochen ist und das komplette Doerfchen mit 1m Asche eingedeckt hat. Alle Einwohner wurden damals evakuiert, einige sind aber wieder zurueckgekehrt und leben nun aus Protest weiterhin dort. Protest gegen die Regierung, die das Staedtchen einige km nach Sueden “verlegen” will. Strom gibt es wohl nur aus dem Generator und fliessend Wasser ist auch nicht vorhanden.
Haette das gerne gesehen (und evtl mal auf den Vulkan hochgestiegen) , aber hin- und wegkommen ist wohl etwas problematisch dort 🙂
VOn daher gings nach langem Warten (3h) und Treffen eines Israelis (der sich gleich wieder angeschlossen hat) mit einer chilenischen Familie nach Futalaeufu. Sehr sehr nette Menschen aus Viña im Nordwesten Santiagos.

Ido, der Israeli, ist mit den 5 chilenen noch weiter ueber die argentinische Grenze nach Esquel gefahren, ich bin in Futaleufu geblieben und hab nach kurzem Suchen eine Agencia zum Raften gefunden (eine der zehn :D). Kunden duerfen im “Garten” campen und kostenlos Kueche und Bad benutzen. Perfekt 🙂
Abends wurde ich von Carina, einer Kanadierin, und Athuro, einem Peruaner, auf eine Kayak-und-Rafter-Party im Ort mitgenommen. Geburtstagsparty eines der Guides. Seeehr coole Leute 🙂 Um halb 4 bin ich mich an den Sternen orientierend durch die tiefschwarze Nacht zu meinem Zelt gewankt 😀

Am naechsten Tag gings Raften auf dem Rio Futalaeufu, einem der weltberuehmtesten Fluesse zum Raften und Kayaken. Stromschnellen Level 5+. Heftig! 🙂
Das Raften war, ob wohl teuer, sehr cool. 2m hohe Wellen durch die man da durchfluegt. Zu 7 in der balsa – dem Schlauchboot – kann einem aber eigentlich nichts passieren. Umfallen ist schon seeehr schwer mit gutem Guide, rausfallen schon leichter 😀

Hab am Abend beschlossen am Tag darauf einen Kayakkurs zu machen. Mit Carina, der Kanadierin (95% der Guides in Futaleufú sind nicht aus Chile) gings erst auf einen fast stehenden Flussabschnitt des Rio Espolon um die Grundkenntnisse aufzufrischen bzw. erst mal zu lernen. Rudern, Ausglecihen, Rollen. Das mit dem Rollen hat gut geklappt. Nach 10 Minuten konnte ich Rollen. Mit dem Rest hatte ich mehr PRobleme 😀 Normal ist das wohl andersrum. Nachmittags gings den Rio Espolon runter durch ein paar kleine Stromschnellen.

Am Tag darauf war Carina leider busy. Ich han am Vormittag etwas in der Agencia geholfen udn Transportfahrer gespielt. 4×4 Jeep mit Anhaenger und 3 Schlauchbooten durch die Gegend gekarrt und Gaeste aufgesammelt. Dafuer bin ich am Nachmittag mit zur “Lodge” einem sehr netten Haeuschen das den Eigentuemern gehoert und an dem die Rafter starten udn wieder ankommen. Hier hab ich mit meinem kayak in einem Eddy – einem Flussteil hinter einem Stein/Baum o.ae. wo es kaum bzw. keine Stroemung gibt – meine Rolle geuebt. 2 Stunden lang…. mindestens 100 Rollen. Irgndwann war mit schwindlig 🙂

Gestern hatte ich meinen zweiten vollen Kayaktag. Nach chaotischem Start ging es wieder zum Espolon. Nachmittags kamen ein paar – fuer meine Verhaeltnisse – richtig krasse Stromschnellen. Level 2+.
Nach 2 1/2 Tagen nur im kayak und 1000 neuen Informationen war mein Kopf aber einfach voll. Vielleicht auch einfach nur voll Wasser 😀 Insgesamt bin ich 3 mal schwimmen gegangen, weil ich die “Combat Rolle” nicht auf die reihe gebracht habe. Combat ROlle ist die Rolle in Stresssituation, also nicht im easy ruhigen Gewaesserchen in dem man sich gut auf alles einstellen kann und konzentriert die Position einnehmen kann, sondern zwischen 1m- hohen Wellen, Steinen, den Mund teilweise voll Wasser und das Paddel (das man zum Rollen braucht) irgendwo, aber nicht da wo man es haben will. Die letzte und schlechtestes Moeglichkeit, wenn man wirklich nicht mehr mit dem Kopf aus dem Wasser kommt ist der Wet-exit. Raus aus dem Boot. Dann ist man zwar innerhalb von wenigen Milisekunden ueber Wasser aber es gilt das Boot, das Paddel und sich selbst zu retten bzw. retten zu lassen. In langen Stromschnellen eine schwere Angelegenheit, da man ein ruhiges PLaetzchen finden muss zum entwaessern udn wieder einsteigen. Und es ist nich so dass nach ejder Stromschnelle ein ruhiger See kommt. Nein, die gehen immer weiter 🙂

Im Endeffekt also ein seeehr intensiver Tag. Mit viel Wasser, aber tollen neuen Erfahrungen. Ich werde es auf jeden Fall weiter probieren. Das Rollen udn das Kayaken. Aber jetzt erst mal ein paar Tage Pause 😀
Hab heute Nacht sogar vom Rollen getraeumt. In Stromschnellen, wenig Luft in der Lunge und das Paddel an der falschen Stelle. Konzentrieren, Paddel parallel zum Boot, den Kopf auf den Spritzschutz. Paddel um 90 Grad drehen und mit Hueftkick aus dem Wasser raus. Das wichtigste (und mein groesster Fehler): den Kopf als letztes aus dem Wasser, sonst klappt es nicht….

Soviel zur Kayak-theorie 🙂
Ich kauf mir jetzt ein leckeres Fruehstueck, Pack meine Sachen, bezahl meinen Kayakkurs und stell mich dann an die Strasse um die 8-km-entfernte Grenze nach Argentinien zu ueberqueren. Hoffetnlich schaff ich es heute nach “El Bolson” oder “Bariloche”. In Bariloche will ich einen 5-7 Tages-Trek machen. Einen der schoensten Argentiniens angeblich. Mal sehen 🙂

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Caretera Austral – Villa O´Higgins nach Coyhaique

February 10, 2010

Ueber die Carretera Austral hab ich ja glaube ich schon mal ein paar Worte verloren. Sie wurde 1976 von der damaligen chilenischen Regierung angefangen zu bauen und erst im Jahr 2003 fertig gestellt. Eine ziemlich genial eStrasse. Meistens besteht sie nur aus Schotter, durch Regenwald, freigesprengte Felsen vorbei an tuerkisblauen Fluessen und Seen. Bei uns wuerde die Strasse nicht mal als ordentlicher Feldweg duchgehen :).
Teilweise passt nur ein Auto von der Breite her auf die Strasse. Bei Gegenverkehr muss improvisiert werden. Dann gehts im Schneckentempo aneinander vorbei um sich nicht gegenseitig gegen die Steilwand bzw. den Abgrund zu draengen.

In Villa O´Higgins, dem suedlichsten Ende der Carretera Austral bin ich vor einigen Tagen gestartet. Von dort ging es im Bus nach Caleta Torel, einem kleinen Ort, der keine Strassen besitzt. Alle Hauser sind auf/an Stegen gebaut. Am oberen Ende des Doerfchens gibt es einen “Grossparkplatz” auf dem etwa 25 Autos Platz haben. Von dort muss man laufen und viele viele Treppen steigen. Das ganze ist an einer schoenen kleinen Bucht gelegen mit steilen Haengen aussen rum. Patagonische Fjordlandschaft. Konrad, Claudi, Orfi und ich (allesamt Deutsche 🙂 ) haben uns nach langer Quartiersuche in einer Hospedaje fuer eine Nacht eingemietet. Nicht gerade freundlich die Hauseigentuemerin, aber das gehoert auch dazu. (“Gekocht werden darf in de Kueche, aber danach muss man sofort ins andere Zimmer. Die Kueche gehoert ihr, das andere Zimmer ist fuer die Touristen”)
Temperaturmaessig war wie in Patagonien gewohnt sehr kalt udn regnerisch. Eigenltich regnet es immer. Mal nieselt es nur und die Sonne kommt etwas durch, mal giest es nur so aus Eimern. Dazu eisige Winde, die vom im Westen gelegenen Inlandeis mit seinen hunderten von GLetschern herueberzieht.

Am naechsten Morgen wollten wir nach Cochrane trampen, da von Tortel nur nachmittags einer der seltenen Busse dorthin fuhr, Claudi und Orfi aber am Nachmittag des darauffolgenden Tages ihren Flug nach Buenos Aires von Perito Moreno nehmen mussten. Ein Staedtchen das immernoch seeehr weit weg lag. Daher so bald wie moeglich in die Naehe der Grenze nach Chile Chico.
Nach einem kurzen “ride” in einem chilenischen Wohnmobil bis zur Kreuzung zur Carretera mussten wir geschlagene 4 Stunden in der Eiseskaelte und Regen warten bis uns schliesslich ein Schafstransporter hinten im LKW mitgenommen hat. Dort haben wir auch drei brasilianische Radler angetroffen, die wir schon in OHiggins getroffen hatten. Die guten sind ohne einen Penny Bargeld nach Chile gekommen und haben icht bedacht, dass es dort keine Geldautomaten gibt. Cochrane ist das erste Staedtchen mti Geldautomat und der akzptiert lediglich Mastercard, die meisten haben jedoch VISA. Der naechste VISA Automat ist in Coyhaique, mehrere hundert km noerdlich.

Nach einer kurzen Nacht in Cochrane ging es am naechsten MOrgen mit dem Bus weiter nach Chile Chico. Wunderschoene Landschaften entlang des Rio Baker, einem tuerkisfarbenen Fluss, richtung Norden zum Lago General Carrera, dem zweitgroessten See Suedamerikas (nach dem Titikakasee). In Chile Chico herrscht ein eigenes Mikroklima. Im Gegensatz zum typisch patagonischen Klima herrscht hier Sonne und Sommerwetter. Im Tshirt rumlaufen war hier kein Problem 🙂
Das Wetter spielt dieses Jahr allerdings auf der ganzen Welt verrueckt. Waehrend in Deutschland das Schneechaos herrscht, regnet es hier so viel wie schon lange nicht mehr. Die Einheimischen beschweren sich ueber weniger Touristen und auch in Chile Chico, der “Fruchthochburg” wurden anscheinen viele Ernten vom Wetter versaut.

Claudi und Orfi haben, nach einer perfekten Punktlandung unseres Busfahrers, noch perfekt ihren Flug nach Buenos Aires bekommen und sind mitlerweile schon wieder im eisigen Muenchen. Um 10 ging der Bus und er meinte wir sind um 2 in Chile Chico. Um 13:56 sind wir dort eingetrudelt, um 14:00 ging der Bus nach Perito Moreno. Das ist mal Timing. Leider blieb daher wenig Zeit zum Verabschieden der beiden….

Konrad und ich wollten am naechsten Tag mit der Faehre ueber den See fahren um weiter nach Norden zu reisen. Pustekuchen. Faehre war fuer die naechsten 4 Tage ausgebucht. Auch gut, dann eben per Anhalter wieder zurueck nach Westen zur Kreuzung mit der Carretera um von dort nach Norden weiterzufahren.
Auch hier mussten wir am naechsten Tag lange warten. Nachdem wir einige Km mitgenommen wurden mussten wir mitten auf der Strecke 4 Stunden auf den naechsten Bus warten. Der aber voellig ueberfuellt war. Leider der einzige der fuhr. Gluecklicherweise hat in dem MOment ein Chilene angehalten im leeren Pickup und uns 2 Ortschaften weiter gefahren, wo wir uns dann mit dem Bus verabredet haben. Der Busfahrer war einverstanden uns das restliche kleine Stueckchen (12km) mitzunehmen.
Aus dem Bus ausgestiegen (mit 2 Israelis die auch nach Norden wollten) und 25 Sekunden spaeter von einer Familie im LKW mitgenomen werden. Der komplette LKW war voll mit leña – Feuerholz – wir obene drauf. Dazwischen noch ein Huhn im Kaefig, das vor Angst nur so durch den Kaefig geflattert ist. 50 km gings bei eisigem Wind aber super Aussicht (und die Israelis hatten Bier dabei 🙂 ) am See entlang nach Puerto Rio Tranquilo. Dort gibt es eine schoene Marmorhoele am See rand. Leider haben Konrad und ich bemerkt, dass wir absolut kein Geld mehr haben und es gerade nochs o fuer die Unterkunft und den Bus am naechsten Morgen reicht. Auch gut… dann eben kein Marmor 🙂

Am naechsten MOrgen gings fuer mich ins etwa 100km entfernte Villa Cerro Castillo, das naechste Oertchen und “Sprungbrett” fuer einen 3-4 Tages trek zum angrenzenden Nationalpark Cerro Castillo. Der Cerro Castillo (“Castillo” heisst “Schloss”) trohnt ueber dem Oertchen – ein toller Anblick. Seinen Namen verdankt er den vielen zerkluefteten Zacken, die ihn wie eine Burg aussehen lassen. “Der schoenste Schutthaufen Patagoniens” wie ihn ein Trekkingfuehrer betitelt 🙂

Nach 3 Tagen durch die Gegend Irren, unzaehligen Abrutscher auf Steilhaengen und Gletschermoraenen bin ich wieder gut im Doerfchen angekommen. Aufgeschuerfte Haende und einer meiner Trekkingstecken musste dran glauben. Trotzdem eine seehr sehr schoene Gegend, auch wenn man sich nicht so auf die (schlechten) Karten verlassen sollte. 2 Leute hab ich waehrend der drei Tage getroffen. Deutsche natuerlich 🙂 ein etwa 60 jaehriges Ehepaar aus Hamburg, die ziemlich gut unterwegs waren 🙂 Machen 6 Wochen Wander- und Trekkingurlaub in Patagonien. 😉

Nachdem ich vergeblich versucht habe in einem der Busse nach Norden zu kommen (es fahren 1-5 Busse zwischen 10 und 16 Uhr. Wie und wann weiss keiner so genau und alle waren restlos ueberfuellt), hab ich mich etwas verzweifelt an die Strasse gestellt. Hatte genau noch 0,0 Cent in der Tasche, dafuer aber genug Essen, da ich fuer 4 Tage Trekkign geplant hatte. Keine 5 MInuten spaeter – ich hatte gerade meine TUnfischdose 1/4 geoeffnet – hat auch schon der erste CHilene angehalten und mich nach Coyhaique mitgenommen. Sehr coole Fahrt. Hat viel erzaehlt von Skitouren im Torres del Paine, Angeln und seinem Beruf als Winzer in Santiago. Er vertreibt die Weine in Europa und war daher schon sehr oft drueben.
DIe Carretera ist – aus welchem Grund auch immer – zwischen Cerro Castillo und Coyhaique geteert. Aber im super Zustand. Besser als jede deutsche Autobahn koennte man meinen 🙂 Daher sind wir mit 120 entlang geflitzt und haben auf dem weg 1-2 keuchend und aechzende Busse ueberholt 🙂

Seit vorgestern bin ich nun in Coyhaique, dem ersten groesseren Staedtchen mit mehr als 600 EInwohner seit 3 Wochen, und werde mich in wenigen MInuten an die Carretera begeben um weiter nach Norden zu reisen. Entweder nach Puyuhuapi, wo es einen haengenden Gletscher und beruehmte Thermen geben soll oder richtung Futaleufú, dem letzten Ord in Chile, bevor ich wieder nach Argentinien kreuzen will. Dort gibt es den Rio Futaleufú, einen fuers Rafting weltbekannten Fluss. Vielleicht goenn ich mir das mal, auch wenn es sehr teuer sein soll.

Bilder kann ich leider hier grad nicht online stellen, werd ich noch nachholen 🙂 Hoffe dort oben gibt es weiterhin Internet… und Geldautomaten 😉

Bis die Tage

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Villa O´Higgins

February 1, 2010

Nach langem Weg zum Lago O´Higgins, teurer Ueberfahrt (mit viiiiel krassem Wind) und einem kleinen Busshuttel bin ich und noch einige andere tapfere Reisende vorgestern gut in Villa O´Higgins angekommen.

Villa O´Higgins ist total geil. Noch vor wenigen Jahren war hier absolut gaaaaaar nichts. Mitlerweile gibts hier absolut gaar nichts (man beachte die ANzahl der a´s).

Das Boot vom Sueden faehrt alle 2-3 Tage. Wobei die letzte Woche hatten die Leute wohl keinen Bock und sind einfach mal nicht gefahren. Stefan und einige andere Reisende, die ich hier im “hostel” kennen gelernt habe sassen 3 Tage an der Bootsanlegestellt fest. Bloed wenn man fuer 3 Tage Essen einplant und dann dauert es 6 🙂

Das Doerfchen kann man bei guter Laufgeschwindigkeit in ca. 5 1/2 MInuten durchqueren. Aber um so lange zu brauche muss man wirklcih alle Strassen ablaufen. Alle 5 🙂
3 “supermaerkte” gibt es. Eher Wohnzimmer mit angeschlossenem Raeumchen, in dem sich Konserven, Deutsche “Sahne-Nuss”-Schokolade, Nudeln und Krimskrams stapeln. Vergammeltes Gemuese gibts auch. Woher das wohl kommt. Zweimal die Woche faerht ein Bus Richtugn NOrden ins 200 km entfernte Cochrane. Dort gibt es angeblich auch einen Bankautomaten. Angeblich….

Ich hab noch gute 10 000 chilenische Pesos. Ca. 12 Euro. Der Bus kostet 20. Damnit…. 🙂
Morgen abend kommen aber wie gesagt Claudi und Orfi an. Hoffe auf die beiden, dass die mich bis zum naechsten Automaten durchfuettern koennen. Hab all mein Geld fuer Mate, Dulce de Leche und Brot ausgegeben. Verhungern tu ich wenigestens nicht. Zumindest nicht fuer die naechsten 1 1/2 Tage 🙂

Hier im Hostel ist es wahnsinnig gechilt. Das ganze Dorf ist wahnsinnig gechillt. Auf den 5 Strassen, von denen ein geteert ist (aber nicht etwa die “Hauptstrasse” sondern ein 100 meter Abschnitt mitten drin) ist absolut nichts los. Ein paar klaeffende Hunde, ein paar Pferde. Ueber uns am Himmel kreisen die Kondore. Einen kleinen Holzverschlag gibt es, der als “Aussichtspunkt” durchgehen koennte. Das “Centro Telefonico” – das Telefonzentrum im WOhnsimmer des Nachbarn hat nur von 14-16 Uhr auf. Und auch nur, wenn sie die Tuer oeffnen. In der Metzgerei haengen zwei Knochen mit etwas Fleisch von einer Waescheleine. Die BLuttropfen am Boden zeigen, dass es relativ frisch ist. Die Fliegen sagen was anderes. “Hachfleisch? Nein das kann man damit nicht machen. Da ist nicht genug dran. Das ist nur fuer Suppe oder so… Richtiges Fleisch gibts erst naechste Woche wieder”

Genauso die “Supermaerkte”. An den “Schaufenstern” (Wohnzimmerfenstern) haengen Schilder “llegaron carpas” – “Es gibt wieder Zelte” oder aehnliche Schilder.

Ansich aber wahnsinnig relaxend. Man bekommt nichts mit und wird von niemandem erreicht. Zwei Autos habe ich heute gesehen und laut aufgeschriehen vor Erstaunung. 2 Satelitenschuesseln gibt es fuers oertliche Internet, das im 40 Sekundentakt zusammenrbicht. Nur nachts (jetzt gerade ist es 3:34 uhr) laeuft es einigermasen fluessig.
Morgen verlassen 90% der Hostelbewohner Villa OHiggins mit dem 10 Uhr Bus nach Norden. Ziel: Cochrane.
Darunter Schweden, Schotten, Schweizer, Deutsche, Australier, Belgier, Franzosen. Teilweise zu fuss, viele mit dem Rad.

Ein schottisches Paerchen. in 9 Monaten wollen sie bis nach Quito/Ecuador. Die Frau ist schon mit dem Rad durch die Mongolische Wueste getrekkt.

Zwei Deutsche (ehemalige Karlsruhe Studenten). Mit dem Rad Richtung Norden unterwegs. Zwischendurch im Aconcagua Nationalpark bei einer Eiskernbohrung teilnehmen.

Zwei Australische Geschwister. Seit 2 Monaten hier unterwegs Richtung Sueden. Auch mit dem Rad. Bis nach Ushuaia gehts, danach nach Buenos Aires und dann zurueck nach Melbourne.
Als ich ihnen erzaehlt habe, dass ich in Bayswater gearbeitet habe haben sie nur gelacht. Da? “In the Sticks?”

Nebenbei erfaehrt man dann, nachdem man Stefan wieder zufaellig auf der Strasse trifft, dass der Deutsche, den man gerade auf der Faehre getroffen hat mit Timo, einem Karlsruhe Wiwi-kollegen, zum Bund gegangen ist, ein Schwede, den ich in Calafate kennengelernt habe, mit der haelfte der Leute schon 3 Tage unterwegs war und nebenbei noch den Franzosen kennt, den ich beim Zelten am See getroffen habe.

Ganz schoen viel los am Ende der Welt….