Archive for December 8th, 2009

h1

Puerto Madryn und Península Valdés

December 8, 2009

Ort: Buenos Aires
Ortszeit: 13:44
Gemütszustand: gechillt… 😉

Hallo ihr lieben,

nach “langer” Zeit lass ich mal wieder was von mir hören. Nachdem in den letzten Wochen zwar viel passiert ist, ich aber nie Zeit hatte was zu schreiben hier mal ein kleiner Bericht über einen “Wochenendausflug” den ich mit ein paar Freunden vor 1-2 Wochen gemacht habe.
Das ganze wurde seeehr spontan geplant und umgesetzt 🙂
Wir hatten die Idee nach Puerto Madyn zu fahren, ein kleines Örtchen an der patagonischen Küste Argentiniens. Warum man dort hinfährt? Zwischen September und Dezember jeden Jahres ziehen dort abertausende Südkaper (besonders zu beachten die beiden letzten Sätze unter “Fortpflanzung” im Wiki-artikel 😀 ) ihre Jungen vor der Küste auf, bevor sie dann danach Richtung Süden schwimmen (Südnai und so… 🙂 )
Dieses “Naturschauspiel” zieht natürlich abertausende Touristen mit abertausenden Kameras an. Eigentlich eine Sache die ich mir vorgenommen hatte niemals zu tun. Walewatching. Die armen Viecher.
Da ich aber mal raus aus BAires wollte und es eine witzige Truppe war (David und Pablo aus Madrid und Johannes), haben wir uns Donnerstag Nachmittags entschieden am Abend dort hin zu reisen. Reisen deshalb, weil die Busfahrt einfach mal gute 20 Stunden dauert – einfach versteht sich 🙂
Für die Hinfahrt haben wir uns für die etwas billigere Variante “Semi-cama” entschieden. Groooßer Fehler. Kaum geschlafen, nachdem zwei dauerschreiende Kinder auf den Sitzen um uns herum saßen. Die Eltern haben tief und fest geschnarcht, der komplette Rest des Busses hätte die Kinder am liebsten am Straßenrand ausgesetzt 🙂

Nach der Ankunft Freitag Nachmittag in Puerto Madryn (was für ein Kaff 😉 ) haben wir uns im Hostel ein Auto gemietet. Einen VW Gol – nein, nicht GOLF sondern GOL. Entweder heisst der so, weil die Argentinier GOLF nicht aussprechen können oder VW wollte damit die Tatsache darstellen, dass das Auto einfach eine abgespeckte GOL Version ist. (und abgespeckt ist fast noch untertrieben 🙂 )

Samstag

Am Samstag morgen gings dann früh los Richtung Península Valdes, eine Halbinsel ca. 1 Stunde Fahrt von Puerto Madryn entfernt, von wo aus alle Waltouren starten und man Robben und Seelöwen beim nichtstun beobachten kann.
Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes
David und Pablo auf dem Weg nach Puerto Piramides. Im Hintergrund unser PIMP-GOL 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Die Flagge haben wir etwas auf Halbmast gesetzt, damit sie mit aufs Bild passt 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Von einem kleinen Ort namens Puerto Piramides startet man die Touren. Alle 15-20 Minuten verlässt ein Schiff den Strand und fährt für 2 Stunden raus in die Bucht. 150 Pesos kostet der Spaß. Bisschen mehr als 20 EUR.
Im Endeffekt wars aber doch ganz ok. Die Touren respektieren die Wale und verfolgen sie nicht. Man fährt raus und wartet. Wenn ein Wal in der Nähe ist, nährt man sich langsam an um zu sehen wie er reagiert. Wenn er wegschwimmt, lässt man ihn ziehen. Die meisten sind jedoch sehr nah ans Boot gekommen. Teilweise mit ihren Jungen im Schlepptau tauchen sie denn unter dem Boot durch, tauchen daneben auf, entleeren einmal ihre Nebenhöhlen auf die Bootsbesatzung oder springen ein bisschen durch die Gegend. Schon ein tolles Schauspiel 🙂
Wir waren schon relativ spät dran. Die Haupt”saison” ist eigentlich im Oktober. Trotzdem gab es einige Wale zu sehen.

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Pablito

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Viki und die Wikinger… (und ein starker Spanier 🙂 )

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Los capitanes 😉

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Nach 10 Minuten warten kamen die Wale dann auch. In Scharen 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Blöde Stange 🙂
Die Bilder sind deshalb teilweise verdeckt oder halb abgeschnitten, da es nicht so einfach war zwischen 35 Leuten eine Schneise zu finden 🙂 Das ganze läuft so ab, das an den “Außenseiten” des Bootes Bänke sind und in der MItte.
Wenn ein Wal auf der rechten Seite auftaucht, ducken sich die auf den rechten Bänken, die in der Mitte stehen auf und die von links stellen sich auf die Mittlere Bank. Kommt dann ein Wal auf der linken Seite oder taucht er von rechts nach links, versuchen alle so schnell wie möglich Position zu wechseln. Ducken, hinsetzen, aufstehen, drüberklettern, wobei das Boot fast kentert :). Witzig wirds, wenn er dann innerhalb von 2 MInuten 4 Mal die Seite wechselt. Da geht so manchem Renter schon die Puste aus und er schickt seine Enkel zum Fotos machen 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Einmal rollen und Bauch bräunen lassen

Puerto Madry & Peninsula Valdes
“MIRA MIRA MIRA, LA COLA! LA COLA! ALLA ESTA! LA COLA”… 😉

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Dieser kleine Frechdachs ist einfach mal 5 Minuten auf der Seite geschwommen und hat fröhlich mit der Flosse aufs Wasser geklatscht.

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Ballena y su cria (Wal und ihr Junges)

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Wir hatten eine Biologin mit an Bord, die ziemlich viel erzählt hat und wusste. Warum die Wale springen, wusste sie aber nicht.

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Da hat ein bisschen der Schwung gefehlt 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Der Wert der Kameras an Bord war glaube ich höher als der Wert des Bootes (und die Reling war aus echtem Silber 😉 )

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Alles in allem wie gesagt schon sehenswert. Ob mir das die Wale nun näher gebracht hat oder ich sie mehr verstehe wage ich zu bezweifeln…

Von Puerto Piramides gings dann in einem 400 km Roadtrip die Insel nach Norden. Straßen gibt es dort nicht. Bzw. gibt es schon, aber in Deutschland würde das nicht einmal als Feldweg durchgehen 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Unser Pimp-mobil hatte neben seinem fehlenden “F” auch noch Beschleunigungslöcher (siehe Video) in der Kofferraumgegend, dank derer wir auch im Innenraum gut vom Staub provitiert haben 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Nun ja…. Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es überall, aber grundsätzlich denkt sich jeder eine “*2” dahinter 😀

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Die große Salzwüste (Salina Grande – gibt auch noch ein paar Meter weiter die Salina Chica) in der Mitte der Insel. Die Wüste liegt bis zu 42m unterhalb des Meeresspiegels und ist der tiefste Punkt in ganz Lateinamerika. Erreichen kann man sie aber schlecht. Die Straße führt einige Kilometer daran vorbei und links und rechts davon stehen meistens Zäune um die Schafe und anderen Schafsviecher vorm Autotod zu retten.

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Picknick in der Steppe 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Man beachte den Schmetterling 🙂 Muss wohl ein Fabel für Käse haben 😉

Puerto Madry & Peninsula Valdes
An 1-2 Punkten verläuft die Straße dann auch mal für 100 Meter an der Küste und man hat schöne Ausblicke.

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Besagte Schafsviecher. In diesem Fall waren es Strausse!
Das erste und einzige mal dass ich welche gesehen habe. Mutter-Strauss voraus und 25 Baby-Strausse hinterher – sehr cool 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Punta Norte. Der nördlichste Punkt der Insel bietet einen kleinen Rundgang mit vielen schlafenden Seelöwen.

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Guanacos – Lamaähnliche Tiere, die sich gerne auf der Straße aufhalten. Zusammen mit den Schafen 🙂
Normalerweise flüchten sie wenn ein Auto kommt, es gibt aber auch einige verwirrte, die sich über den Besuch freuen (oder einfach nur gegen den Strom schwimmen wollen 🙂 ) und vor die Motorhaube laufen 🙂
2-3 Vollbremsungen waren schon dabei 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Auf dem Rückweg raus aus dem Nationalpark – hier gibt es auch wieder Straßen

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Abends gabs dann noch lecker Asado im Hostel mit viiiiel Fleisch 🙂
Puerto Madry & Peninsula Valdes

Sonntag

Am Sonntag morgen ging es mit unseren “Restkilometern” ins “naheliegende” Punto Tombo. Knappe 2 1/2 Stunden Fahrt. In der Nachbarschaft für argentinische Verhältnisse. Ähnlich wie in Australien bekommt man hier eine komplett andere Beziehung zu Entfernungen und WArtezeiten.
3 Stunden Fahrt ist gar nichts. Um in Buenos Aires in die Uni zu fahren brauche ich je nach Verkehrs- /Streik- und Berufslage 15-75 Minuten. Man gewöhnt sich dran. Wozu Stress machen. Man kann ja eh nichts dran ändern 🙂
Unter Umständen braucht man 1 1/2 Stunden für ein paar Kilometer um einen Freund zu besuchen. “Hey kommste aufn Bier vorbei” – “Jo klar, fahr jetzt los. Bis gleich (in 1 1/2 Stunden)!” 🙂
Würde man das in Deutschland machen? “Hey ich bin grad in Berlin, Lust aufn Bierchen?” … 😉

Anyway….. am nächsten Tag gings nach Punto Tombo zu den Pingus. Ähnlich wie die Wale auf der Peninsula Valdes, brüten dort die Pinguine an der Küste. Google Maps kennt den Ort gar nicht, eine Straße wird auch nicht genannt, sie existiert aber 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Lustiger Pingu 🙂

Puerto Madry & Peninsula Valdes
Auf einem Rundgang die Küste entlang trifft man abertausende Pinguine. Die wuseln aber nicht wild durch die Gegend wie man sich das vorstellen würde. Nein sie machen einfach nichts. Nichts.
Ok… sie stehen. Stehen und machen nichts. Den ganzen Tag. Alle 30 Minuten mal kratzen. Alle 20 Minuten mal einen wilden Pingu-Schrei loslassen (nur die Männchen – hört sich sehr witzig an – ähnlich wie ein Elefant)
Ein paar fangen aber auch urplötzlich das Watscheln an 🙂 – siehe Video

Puerto Madry & Peninsula Valdes

Nach einem kurzen Besuch bei besagten Pinguinen mussten wir auch wieder zurück nach Puerto Madryn um unseren Bus nach Buenos Aires zu bekommen.

Hier noch die Route, Pi*Daumen mit einmal Verfahren (Schilder gibts nicht immer 😉 ). Wenn man das ganze mit Google maps vergleicht, sieht man mal wo es “offiziell” Straßen gibt und wo nicht 🙂
Puerto Madry & Peninsula Valdes

Sonntag 14 Uhr. Genau die richtige Zeit, um am nächsten Tag (Monatg) um 9 Uhr in Buenos Aires anzukommen und direkt in die Uni zu fahren um eine Klausur zu schreiben. Das war der Plan. Leider hatte der Bus etwas Verspätung und der Verkehr war nicht so ganz auf unserer Seite.
Als Johannes und ich um 10:30 in der UNi ankamen meinte die Dozentin nur “kein Stress. Ihr könnt auch heute um 14 Uhr schreiben wenn ihr Lust habt”…..

Und da zeigt sich wiedermal: Stress machen ist es nicht wert. Schon gar nicht in Argentinien. Jedes, jedes, JEDES Mal, wenn man sich Stress macht um pünktlich zu kommen, um noch eine Präsentation vorzubereiten, eine Abschlussarbeit abzugeben oder ähnliches, kommen die anderen noch später, die Präsentation wird um 2 Wochen verschoben oder die Abgabe um unbestimmte Zeit verlängert 🙂
Alles in allem also: Kein Stress machen, die Zeit genießen und ab und zu einfach mal chillen und schauen was passiert 🙂

Mit diesem Wort zum Sonntag äh… *aufdenKalenderschau* Dienstag verabschiede ich mich in die Weiten von Buenos Aires. In den nächsten Tagen wird noch ein Post folgen zu den geplanten Reiseplänen, die es noch nicht so richtig gibt, aber wild in meinem Kopf hin und her schwirren nachdem ich vor ein paar Tagen beim Frühstück die Patagonien-Sektion meines Lonelyplanet das erste mal aufgeschlagen habe 🙂
Wo’s hingeht? Süden….

Advertisements