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Buenos Aires

August 10, 2009

14 Stunden Flug sind ganz schön lang. Länger und anstrengender als gedacht.
Nach Australien bin ich damals auch 23 Stunden geflogen, allerdings mit zwei Pausen dazwischen. Wenn man wirklich 14 Stunden zwischen Vorder-, Hinter- und Nebenmann eingepfercht ist, und man beim Ausstrecken der Beine immer dem Vordermann in die Haxen tritt, bekommt man irgendwann schon leichte Beklemmungen ☺

Der Flug war sonst sehr angenehm eigentlich. Es ging von Frankfurt über Karlsruhe, die Schweiz, Pyrinäen, Madrid, Gibraltar , Casablanca dann über den großen Teich nach Brasilien, Rio und schließlich Buenos Aires.

Das Essen im Flieger war recht lecker, wurde aber zusätzlich durch „German Premium Beer“ (Warsteiner) und Bauer-Joghurt noch aufgewertet ☺. Lufthansa eben. Leider gab es keine Flatscreens in den Sitzen, sondern nur einen im Mittelgang auf dem die kompletten 14 Stunden nur BS lieft. Angefangen von Comics über „Shopaholic“ bis hin zu irgendwelchen schlechten Dokumentationen ☺
Irgendwann wurde mir das zu doof und ich hab das Radio-Entspannungs-Programm ausprobiert. Dort wird einem von Dr. irgendwas, dem Head of Medical bei Lufthansa erzählt, wie man sich am besten entspannt. Zusätzlich hat er noch einen Gehilfen – Simon – der alle paar Minuten entspannende Übungen vorschlägt. Viel mitbekommen hab ich davon aber nicht. Bin eingeschalfen.

Hatte neben mir einen Deutschen aus Hamburg sitzen, der an eine andere Argentinische Uni geht. Auf der anderen Seite saß ein argentinischer Familienvater, der uns gleich mal ein paar Tips gegeben hat. Da er Anwalt ist, hat er gleich mal seine Adresse, Telefonnummer und Email hinterlassen. „Falls ihr Probleme mit der Polizei habt“… 😀
Zusätzlich meinte er noch, dass Samstag Nach ja die Beste Gelegenheit ist in BsAs wegzugehen und hat mir in meinen Lonely Planet eingezeichnet, wo ich unbedingt (!!) hingehen muss. Auf die Frage, ob das ne Disco oder Bar o.ä. ist meinte er nur leise, damit ihn seine Frau nicht hört: „Man geht rein, Zahlt 30$, bekommt ein Getränk und dann geht man nach oben schlafen“. Alejandro meinte später, dass es auf jeden Fall bessere Puffs in BsAs gibt 😀


Besagter hochmoderner Flatscreen 🙂

Der Anflug auf BsAs war der Hammer. Dadurch, dass hier Winter ist, wurde es schon um 18:00 Dunkel und wir sind erst gegen 19:40 gelandet. Anfangs hat man aus dem Fenster einen ziemlich großen Fleck aus Lichtern gesehen und ich hab das schon für groß gehalten. Dann meinte mein argentinischer Nebenmann nur „Nein, nein das ist noch nicht BsAs. Viel zu klein!“
Ein paar Minuten später hat man es dann gesehen. Einfach nur abartig. Lichter so weit man schauen konnte. Sowohl links als auch rechts vom Flieger. Einfach zu geil!


La Plata


Buenos Aires

Nach verspäteter Ankunft ging es direkt mit dem Bus in die Stadt. Vorbei an bis zu vierstöckigen Container Slums. Erst mussten wir an einem Rangierbahnhof umsteigern und sind dann mit kleineren Kombis weitergefahren. Der Fahrer hat mich dann in der nähe meiner Wohnung an einer Ecke rausgelassen und bin den Rest gelaufen.
Es ging gleich an der 9 de Julio vorbei, der breitesten Straße der Welt. Drei Fusgängerampeln nach einander braucht man hier um die Straße zu überqueren. Ich wurde vorher schon gewarnt, dass man sich auf keinen Fall auf die Ampeln verlassen sollte und so ist es auch ☺
Im Prinzip fährt jeder wann er will und auch wo er will. Nur die Polizei bleibt – mit eingeschaltetem Blaulicht – an der roten Ampel stehen. Verrückt 😀

Die WG an sich ist sehr geil. Gut eingerichtete Küche (mit Gasherd!! Yay!), sehr ruhig („Hinterhof“) und Balkon. Alejandro und Johannes, meine Mitbewohner, sind auch zwei witzige Kerle. Wouter, der vierte im Bunde ist übers Wochenende unterwegs und kommt erst heute abend oder morgen wieder. Bin mal gespannt.

Werd mich jetzt mit Johannes mal auf in die Stadt machen ☺

***Edit***

Hier ein paar Bilder von heute:


Mein Hab und Gut für 10 Monate


Krasses Hafenviertel La Boca. Hier soll man nicht mal tagsüber alleine rumlaufen


Straßenmarkt in San Telmo. Überall gab es hier Stände mit Kitsch, Tanzende Tangopärchen und Mate-Tee-Trinkende Portenos


Diese Omi war der Hammer. Mit Kopfhöhrer auf den Ohren hat sie wild singend auf Joghurtbechern zumgetrommelt und dabei gesungen und gelacht. Alle 5 Minuten hat sie dann ein SChild mit “Show me the Money” hoch gehalten 😀 Sehr geil!


Plaza de Mayo, der wohl berühmteste Platz in Argentinien. Hier haben die Mütter “verschollener” Kinder ab den 80er Jahren gegen die Militärdiktatur protestiert. Anscheinend ist das Spektakel immer noch jeden Donnerstag zu sehen.


Es gibt auch in Buenos Aires Singlespeeds!! 😀


Heute war Dia del Nino – Tag des Kindes. Die “9 de Julio”, die breiteste Straße der Welt war teilweise gesperrt und es warn Attraktionen für große (Rennwagen sind rumgeheizt und Boxenluder haben Bilder mit sich machen lassen) und kleine Kinder (kleine Kartbahn) aufgebaut. Wenn man 16 Spuren hat, kann man eben auch mal 8 davon sperren 🙂

So das wars erst mal mit den Bildern – gehen jetzt Steak essen 🙂

Bis denn
Ben