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Nach Hause…

August 26, 2010

wie ist das eigentlich?
Wo ist das eigentlich?
Und was macht es aus?

Für manche ist es der Ort, an dem sie aufgewachsen sind.
Für andere der, an dem die Familie lebt, die Freunde, der Partner, die eigene Familie.

Bei mir kann ich das nicht so genau sagen. Wenn mich jemand gerade jetzt nach meinem zu Hause fragen würde, ich könnte es wohl nicht sagen.
Wenn ich im Büro sage “ich gehe nach hause” dann fahre ich in meine WG hier in Hamburg. Dort stehen meine Sachen, dort schlafe ich, dort sind meine Mitbewohner. Leute mit denen ich mich wohl fühle in einer Stadt in der ich mich wohl fühle und die mir immer mehr ans Herz wächst.

Wenn ich hier bin und sage ich fahre morgen nach Hause, dann meine ich Karlsruhe. Dort sind meine besten Freunde, meine “eigentliche” WG, meine Uni. Dort kenn ich mich aus, dort ist manchmal einfach nichts los, manchmal ist es langweilig. Doch einfach die geilsten Freunde überhaupt machen es doch zu einem absoluten Genuss dort zu leben. Mit ihnen.

Die Freunde zu Hause….bei meinen Eltern. Die existieren fast nur noch in der Erinnerung. Viel ist passiert. Viele sind hängen geblieben, viele verschwunden. So wie der Kontakt. Klar versucht man den ein oder anderen beim Heimatbesuch zu sehen, mit vielen ist es dabei so wie früher. Man hangelt sich mehr an die Erinnerungen von früher…. ist irgendwie auch darauf beschränkt. Der Ort, an dem ich wohl am wenigsten neuem gegenüber aufgeschlossen bin ist mein Zu hause bei meinen Eltern. Die Erinnerung ist eingefrohren. Was? Es hat sich etwas verändert? Kann ich kaum glauben.

So kommts, dass ich mal wieder neben gepackten Rucksäcken (!) sitze. Natürlich wie immer in gepflegter Nachtschicht zusammen gestopft. Wobei ich stolz auf mich bin. Die Sachen, die auf der Hinfahrt gerade so in zwei Rucksäcke gepasst habe, habe ich nun in fast einen gequetscht. Was in 70L alles rein geht. Dafür schmerzen jetzt die Fingerglieder. Das ist wie Liegestützen auf ausgestreckten Fingern zu machen.

Vorher
Vorher

Nachher
Nachher

Heute war der letzte Arbeitstag in Hamburg. Im BTC. Berliner Tor Center. Oder auch Berliner Tower. Klingt cooler 🙂 Die vier Wochen hier im hohen Norden sind im Nu verflogen. Gerade angekommen, eingelebt, 2 mal Besuch bekommen und schon ist der Abschied wieder in Sicht. Viele neue Menschen hab ich hier kennen gelernt. Viele die mir in der kurzen Zeit ans Herz gewachsen sind. Drei geniale Mädels in der WG, tolle Praktikanten und sehr nette und zuvorkommende Kollegen. Und das alles in einer genialen Stadt.
Ob ich nicht länger bleiben will, hat Julia vorhin gefragt. Mein Zwischenvermieter komme doch erst in einer Woche wieder. Außerdem ist ab September noch ein Zimmer frei. Für länger. Zu gern hätte ich ja gesagt. Zu gern wäre ich noch ein bisschen geblieben. Vielleicht für länger. Hamburg gefällt mir gerade einfach sehr. Wobei es wohl auch sehr an der Konstellation liegt. Super Leute, super Stadt, super Wetter (von 10-minütigen Regenschauern abgesehen) , super Job, super Rad.
Und trotzdem fühl ich mich nach Karlsruhe gerissen. So richtig viel Zeit hab ich dort ja nach Argentinien nicht verbracht. Vor allem nicht mit den Freunden, den Chaoten 🙂

Morgen gehts mit einem Teil der Bagage in die Alpen auf Powder-Party Vereinswanderung. Ein Event auf das ich mich schon seit Monaten freue.
7 der 9 Teilnehmer steigen schon morgen früh auf die erste Hütte auf. Ich treffe mich morgen Nacht gegen 0 Uhr mit Robin in Stuttgart, dann fahren wir nach Oberstdorf und steigen von dort etwa gegen 2-3 Uhr Morgens zur Hütte auf. Soweit der Plan. Gut, dass ich gestern zufällig eine gute Stirnlampe gekauft habe… 😀
Idealerweise könnt ihr unsere Miss-/Erfolge auf http://www.powder-party.de rechts in der “Twitter”-Spalte oder auf http://www.twitter.com/powderparty nachlesen 🙂 (Auch beim Wandern lässt einen das Web 2.0 nicht los…. das Nerd-sein auch nicht. lol. )

Ich kann mich kaum ruhig halten vor Vorfreude. 4 Stunden Schlaf und 7 1/2 Stunden Zugfahrt liegen zwischen mir….. und Zuhause

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It’s only after we’ve lost everything….

August 20, 2010

that we’re free to do anything.

Eines meiner liebsten Zitate. Vom Tyler stammts. Der alten Socke.

So oder so ähnlich denkt wohl auch der nette Engländer, den ich heute abend kennen lernen durfte.
Über die Hamburger Couchsurfing Gruppe bin ich in sein Event reingerutscht, und damit auch maßgeblich in sein Leben.

Als ehemaliger Eigentümer eines Fashion Ladens in Amsterdam und begnadeter Musiker hat er vor ein paar Wochen beschlossen seinen Laden aufzulösen und all sein Hab und Gut zu verkaufen. 2000 EUR hat ihm das gebracht. Sein neuer Beruf: Reisender Couchsurfer. Mit seiner Backpacker Gitarre, einem großen Stapel CDs und 2 Unterhosen ist er nun seit ein paar Tagen unterwegs in seinem neuen Leben. Von Stadt zu Stadt. Übernachtet auf den Sofas von netten Couchsurfern und spielt in deren Wohnzimmern Konzerte, die über die Couchsurfing Webseite oder Facebook angekündigt werden.
Mindestens 35 Leute haben sich heute auf gut 16qm gequetscht. Es hat sich gelohnt. Nicht nur wegen der Aussicht direkt auf den Hamburger Hafen. Einer der besten Musiker, die ich bis jetzt in meinem Leben live gesehen habe. Nicht nur wegen seiner Gitarren- und Gesangskünste, sondern auch wegen seines Mutes, seiner Einstellung. Kein Zuhause. Verkauft. Rausgehauen. Stört ja nur. WItzig war es auch noch. Selten so gute Texte gehört 🙂

“Ich bin frei. Ich kann gehen wohin ich will, die Welt sehen. Das Geld was ihr mit heute in meinen Hut werft, bezahlt morgen mein nächstes InterRail Ticket.”

Über meinen Schein hat er sich sehr gefreut.
Ein Schein um ihn und seine zu beneidende Freiheit zu unterstützen.

Der Rucksack steht neben mir, wäre in 5 Minuten gepackt. Mit allem was man zum Leben braucht, und noch mehr.
Aber ein andern Mal. Muss jetzt schlafen, sonst komme ich morgen zu spät zur Arbeit…….

http://www.thejackstaffordfoundation.com/

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Digger…

August 6, 2010

…hört man hier in HH sehr oft. Das norddeutsche “Alter” könnte man sagen 🙂

Ein bisschen mehr als eine Woche bin ich nun in Hamburg und es gefällt mir echt super. So super, dass ich noch gar keine Zeit zum Bloggen hatte. Sowas 🙂

Die ersten zwei Tage war ich noch mit meinem Bruder hier in HH unterwegs, der hier eine Freundin besucht hat. Reeperbahn, Kiez, Elbstrand. Alles einmal (oder mehrmals) hoch und runter.
Da kam man auch an dem ein oder anderen Strip- oder Livesex-Laden vorbei. Echt faszinierend wie offen die Leute hier mit dem Thema Sexualität umgehen. Hier gibt es Sexshops, die größer als die heimischen Supermärkte in Karlsruhe sind (nur mit den Öffnungszeiten von Rewe können sie dann wohl doch nicht mithalten).

Mein Praktikum bei IBM ist auch am Montag angelaufen und gefällt mir bis jetzt sehr gut. Unter dem Thema IBM BusinessBlue 2010 – Smarter Global Collaboration arbeite ich zusammen mit einer weiteren deutschen Studentin und zwei ghanaischen Studenten an Konzepten und IT Lösungen, um zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen in Entwicklungsländern und Industrieländern Geschäftsbeziehungen aufzubauen und zu pflegen.
Unser Projekt ist super spannend, da es sozusagen ein Life-Case ist. Jede Schwierigkeit, jede schlechte oder zusammende Internetverbindung, jede Fehlkommunikation geht hier in die “Lessons Leaned” ein.
Unterstützt und gecoacht werden wir von zwei IBM Mitarbeitern, die am IBM internen Corporate Service Corps Projekt teilgenommen haben. Ein Projekt für ausgewählte Mitarbeiter, bei dem es um das Entwickeln und den Einsatz von “Smarter Technologies” in Entwicklungsländern geht. Die beiden selbst waren in Ghana und Tanzania unterwegs und haben tolles berichtet.
Für unser Projekt versuchen wir auch stark die Öffentlichkeit über das Internet mit einzubeziehen um Feedback, Erfahrungen und Anregungen zu sammeln. Anfang nächster Woche werden wir mit verschiedenen Tools online gehen und hoffentlich viel und gutes Feedback bekommen.
Werde das dann nochmal hier posten.

Ansonsten erkunde ich fleißig Hamburg, finde schon ohne Karte mit meinem Singlespeed zur Arbeit und knacke jeden Tag meinen Rekord (von anfänglich 30 Minuten auf nunmehr nur noch 12). Auch wenn es stressig war, bin ich froh mein Radl mitgenommen zu haben. Nicht nur dass es mir (trotz bis jetzt schon eines Plattens) sehr gute Dienste erweist, nein es findet sich hier auch inmitten sehr vieler seiner Art wieder. Und hübsch sind die…. 🙂

Das Fotografieren ist der letzten Woche zwar etwas zu kurz gekommen, ein paar schön Bilder hab ich allerdings schon geschossen und will sie euch natürlich nicht vorenthalten.

Erste Woche Hamburg
Flöchen 🙂

Erste Woche Hamburg
JJ meine kenianische Mitbewohnerin. Verrücktes Huhn und absolut fotoscheu….

Erste Woche Hamburg

Erste Woche Hamburg
Die berühmteste Polizeiwache Deutschlands – Davidwache auf der Reeperbahn.

Erste Woche Hamburg
Zwischen Reeperbahn und St. Pauli

Erste Woche Hamburg
Die “Große Freiheit”, eine Seitenstraße der Reeperbahn voll mit “diversen” Bars und Clubs…

Erste Woche Hamburg
…aber auch damit wird Jesus fertig 🙂

Erste Woche Hamburg
Speicherstadt. Bis jetzt mein Liebslinsort in Hamburg bei Nacht.

Erste Woche Hamburg

Erste Woche Hamburg
Die Fahrradampeln haben es mir auch angetan. Hier die Kreuzung am Dammtor.

Erste Woche Hamburg

Erste Woche Hamburg
Hier nahe der Innenstadt. Links das Spiegel/Manager-magazin Gebäude und im Hintergrund der Anfang der Speicherstadt.

Erste Woche Hamburg

Erste Woche Hamburg

Erste Woche Hamburg

Erste Woche Hamburg

Erste Woche Hamburg

Erste Woche Hamburg

Erste Woche Hamburg

Erste Woche Hamburg

Erste Woche Hamburg

Soweit so gut. Mehr Bilder (dann evtl auch von außerhalb der Speicherstadt 🙂 ) werden hoffentlich bald folgen. Mehr Storries auch 🙂

Viele Grüße aus der Stadt der DPM – der “Digger”s per minute 😉
Ben

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Kaum da….

July 28, 2010

…und schon gehts wieder los.

10 Wochen bin ich nun in Deutschland.
Davon knapp 8 in Karlsruhe.
Gefühlte 2, wenn überhaupt.

Und trotzdem scheint Buenos Aires, Argentinien, Patagonien, Bulnes 843, der Disco-Supermarkt um die Ecke, Polly, Bonnie, Vale, Mati, …., seeeehr weit weg.

Kaum angekommen ging es auch schon gleich wieder voll mit Uni stress los. Na gut.. .erst mal Familie begrüßen bzw. überaschen (hat mäßig geklappt – immer diese Mutterinstinkte 🙂 ), dann erst mal Freunde begrüßen und wieder mit ihnen auf die erlanger Bergkirchweih fahren. Dann erst mal auf die TOUR Eucor etwas Begleitteam spielen und danach nochmal nach Berlin für den guten Zweck rennen und dann zur den Großeltern PV-Anlage aufbauen.
Das waren die ersten 4-5 Wochen.
Davon verbrachte Zeit in Karlsruhe: 10 Tage – gefühlte 2
Davon Zeit für mich: 0 gefühlt: -10

So kommts, dass ich jetzt das erste mal nach meiner Rückkehr überhaupt nur dran denke mal wieder was zu bloggen, obwohl die Zeit eigentlich auch nicht da ist.

Zwei Seminararbeiten warten darauf geschrieben zu werden, mein Hiwi Job (Qualitätsmanager für Softwareprodukte) drückt mir im Rücken und morgen früh/mittag gehts für einen Monat nach Hamburg für den ersten Teil eines Praktikums (der zweite ist in Karlsruhe).

Kurz gesagt: ich hab sau viel zu tun, es klappt aber trotzdem alles ganz gut. Ich hab in Argentinien gelernt mir Zeit für mich zu nehmen und wie wichtig das ist. Wie wichtig um mal einen klaren Kopf zu bekommen und etwas Abstand zu halten.
Aus diesem (und auch anderen) Grund/en geh ich zur Zeit auch sehr viel Klettern, was wir mehr und mehr Spaß macht. Nicht ohnehin träum ich fast jede zweite Nacht von irgendeinem Zug einer Route die ich nicht oder nur mit Ächtzen und würgen geschafft habe.

Nach zweitägigem Zimmer Ausmisten und Ausräumen sind meine vier Wände nun fast leer. Möbel sind noch drin, abgestaubt (5 cm Staub müssen erst mal entfernt werden wollen 🙂 ) und zurechtgerückt. Einen 70L Müllsack mit Klamotten hab ich ausgemistet. In die Kleiderkammer. Soll anderen zu gute kommen, dass ich Sachen nach 5 Jahren noch kein einziges mal an hatte bzw. einfach nicht mehr rein passe.
10 Umzugskartons stapeln sich im Flur und werden morgen bei meiner Mitbewohnerin eingelagert. Die schweren Dinger in den Keller und dann in 4 Wochen wieder 5 Stockwerke nach oben zu tragen würde glaube ich auch jede sportliche Grundhaltung nicht rechtfertigen 🙂

So sitz ich hier also. Gerade da und schon wieder weg.
Freuen tu ich mich ja schon.
Geiles Praktikum, geiles Team, geile Stadt,…. da kribbelts schon.

Morgen abend wird meine hoffentlich zukünftige WG besichtigt und danach treff ich mich mit meinem geliebten Bruderherz in HH um den Kiez unsicher zu machen.
Zwei Rucksäcke liegen (noch leer) neben mir. Hoffentlich reicht das. Tausend Krawatten, Hemden, schöne Hosen, Tshirts, normale Hosen, mein Kletterequipment (falls das mit der WG klappt wohne ich 5mins von der DAV Kletterhalle in HH weg 🙂 – Monatspass 25 EUR – Ringbänder! Nehmt euch in Acht, ich komme!) darunter 60 Meter Kletterseil, Kameraequipment, Rechner, Unizeugs, Bücher…. und natürlich mein heißgeliebtes Singlespeed. Letzteres ist auch der Grund warum ich morgen nicht mit dem ICE nach HH fahren werde sondern gepflegt den etwas gemütlicheren IC mit Fahrradtransport nehmen werde. Die Karte ist noch nicht gekauft, geht nämlich nur am Tag davor. Leider ists schon 3:30.

Dann doch mal schlafen gehen und vom Klettern träumen. Oder Kitesurfen. Oder Angeln?

Ich kann den Fischgeruch schon riechen… vielleicht sind es aber doch die Kletterschuhe.

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200 Jahre argentinisches Rindfleisch

May 22, 2010

In wenigen Tagen, am 25.05.2010, feiert Argentinien seinen 200ten Geburtstag – das Bicentenario. Seit Monaten werden hierfür Veranstaltungen geplant, wie etwa die Widereröffnung des Teatro Colón (welches eigentlich schon vor 2 Jahren hätte eröffnet werden sollen :)). DIe 9 de Julio ist seit ein paar Tagen nur noch teilweise zu befahren, da inzwischen riesige Bühnen und “Messestände” aufgebaut wurden. Das führt natürlich zum absoluten Verkehrschaos. Wenn man sich mal wie auf einer Hochzeit in einem Hup-Konzert fühlen will, kann da einfach mal vorbeigehen. Im Hupen sind die Argentinier nämlich ganz groß 🙂 Auch wenn es überhaupt keinen Sinn macht (rote Ampeln zum Beispiel werden durch Hupen auch nicht grüner 🙂 ), wird einfach mal drauf losgehupt.

Vor wenigen Stunden wurden die Festlichkeiten von Christina eröffnet. Bis Dienstag gibt es dann jede Menge Veranstaltungen, Konzerte, Kultur und Repräsentatives aus Argentiniens entferntesten Provinzen. Morgen Nachmittag etwa findet ein Marsch verschiedener Provinzen in traditioneller Kleidung statt. Gauchos mit Pferden und so… 🙂

Bicentenario
Die 9 de Julio heute abend. Ein schöner Anblick 🙂

Bicentenario
Präsidentin Christina Fernandez de Kirchner beim Einweihen der Festlichkeiten. Haben das Ganze bei einem Weinchen in einer Bar Live im Fernseh gesehen. Ohne Ton sah das so aus, als hätte sie per Funkgerät ein Feuerwerk starten wollen. Leider gabs kein Feuerwerk… nur ein paar verlegene Blicke. ANgeblich hat sie aber über Funk die LIchter der Stände anschalten lassen… woohoo…

Mehr Bilder gibts in den laufenden Tagen, wenn ich das Ganze mal Life begutachtet habe….

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Argentinischer Herbst

May 10, 2010

Wer hätts gedacht, da hab ich mich nach gut 6-wöchiger Schreibfaulheit doch aufgerafft um mal wieder was zu schreiben.

In der letzen Zeit ist mir viel – sehr viel – im Kopf rumgeschwirrt, aber ich hatte entweder nicht die Muse oder nicht die Zeit das ganze hier niederzubringen. Tief in meinen grauen Gehirnzellen gespeichert versuch ich das alles (zu midnest ansatzweise) zu rekapitulieren.

Nach meinem letzten Trekking-Trip in Bariloche gings für mich zurück nach Buenos Aires. Ab dem 3. März hatte ich dort eiN Zimmer in einer super geilen WG. Zwei der neuen drei Mitbewohnerinnen und die WG kannte ich schon, da dort ein Freund bis Anfang Januar gewohnt hat.
Die deutsche Vermieterin hatte ich auch schon kennen gelernt und von daher war alles kein Thema.

Den kompletten März hab ich eigentlich mit Chillen verbracht. Geniale Kochabende in der WG, Konzerte, Sport (Klettern), Lesen, Studiumsplanung und mal versucht alle “verpassten” ach so wichtigen Dinge wieder aufzuholen. Emails lesen und so 🙂 Nebenbei habe ich noch angefangen GItarre zu lernen, eine Sache, die ich mir seit geschätzten 10 Jahren vornehme. Und bis jetzt bin ich sogar einigermaßen dabeigeblieben 🙂 Die Tonleiter geht schon fast flüssig und fehlerfrei von der Hand und am Donnerstag habe ich meine erste Jazz-Improvisation gespielt. Woohoo 🙂

In den letzten Wochen habe ich mich auch mal wieder sehr intensiv mit meiner EOS beschäftigt und nun beschlossen mal ernsthaft in dieses Hobbie zu investieren. Seit einigen Tagen beschäftige ich mich zudem ausgiebig mit Objektiven, da ich mal von meinem schrottigen 18-55mm Standartobjektiv wegkommen will.
Näheres dazu mal in Kürze 🙂

Ende März war ich mal eine Woche in Salta um eine Freundin, die ich in Bariloche kennen gelernt hatte, zu besuchen. Das war mein erster Trip in den Norden Argentiniens und ich muss sagen, einfach nur genial. Die Landschaften dort sind unbeschreiblich schön!! Solche außergewöhnlichen und abstrakten Felsformationen hab ich noch nie in meinem Leben gesesehen. Dazu kommen die netten Menschen und das leckere und billige Essen. (Empanadas für 2 pesos – knappe 40 Cent. Im Vergleich: In BsAs kosten sie etwa 3-4)

Anfang April kam dann Julia, um mich hier zu besuchen und ein paar Wochen Urlaub zu machen. Nachdem wir die ersten Tage in Buenos Aires waren und ich erst mal die Kotzerei bekommen habe, sind wir gut eine WOche später für eine spontan-Roundtour durch den Norden aufgebrochen. Einfach mal drauf los. So wenig planen wie möglich. Hat – bis auf ein paar volle Busse und spontane Abreisen – sehr gut geklappt, war extrem entspannend und seeeehr schön. Angefangen haben wir in der Region Missiones, ca. 18 Stunden Fahrt nördlich von Buenos Aires. In San Ignazio haben wir uns dort einen geschlagenen halben Tag die Jesuitenmissionen, oder zu mindest was davon übrig bzw. restauriert wurde, angeschaut. Danach ging es weiter nach Iguazu zu den weltberühmten (hatte vorher noch nie was davon gehört) Wasserfällen. Ein geniales Naturspektakel. Wunderschöne Ausblicke, viele Touristen und ab und zu mal ein Schmetterling. Bonnie, meine Mitbewohnering war einige Wochen vorher da und der Weg zum Nationalpark wurde durch steikende Bevölkerung blockiert. AUf einem kleinen Umweg durch den Jungel sind sie dann trotzdem in den Nationalpark gekommen und hatten statt den normalen 5000 Besuchern etwa 100 Touristen um sich herum, was dem natürlichen Leben dort sehr zu gute gekommen ist. Von Affen, Schmetterlingen bis hin zu Tukanen haben sie alles gesehen. Bei uns gab es nur wuselnde “Koatis”, die teilweise sogar Menschen in ihrer Fresswut anfallen. Ist auch kein Wunder. Sobald einer auftaucht, wird er von 15 Touristen fotografiert, gefüttert und versucht anzulocken. Da wird scho mal das eine oder andere Sandwich vom Tisch des Nationalpark-Kiosks geklaut. 😉

Der Fluss Parana, an dem die Wasserfälle liegen stellt die Grenze zwischen Brasilien und Argentinien da. Daher gibt es im Grund zwei Nationalparks. Die Argentinische und die Brasilianische Seite. Wärend auf der argentinischen Seite fest angelegte Rundwege für ein wenig Bewegung sorgen sieht das auf der brasilianischen Seite schon anders aus. Hier wird man am Eingang – einem massiven Visitor Center – mit Doppeldecker-Bussen abgeholt, die einen dann auf einer Strasse durch den Dschungel zu den Aussichtsplatformen fahren. Laufen darf man nicht. Wäre ja auch zu weit. Mindestens 2,5km. Undenkbar. Dann doch lieber in den Bus, eine kleine Lautsprecheransage, vorbei an den Tourgesellschaften – Wow, hier kann man Raften. Oder doch lieber eine Cabalgata (Pferdereiten) durch den Jungel? Oder ein Trekking, das hört sich doch nach etwas Bewebung an. Aber nur mit Guide und natürlich jede menge Reales (brasilianische Währung). Man könnte ja von Schlangen gebissen werden.

Kurz gesagt: Zielmich hässlig gemacht das ganze. Schubweise kommen dann die Busse an und man ist eigentlich immer umgeben von posierenden Touris. So jetzt Papa mit Kind vor dem Wasserfall, dann Papa mit Frau, dann Frau mit Kind und dann Kind alleine und dann nochmal alle zusammen.
Bei geschätzten 25 passierenden Touristen die MInute ergibt das etwa 125 Posen pro Minute. Und da soll man mal entspannt danebenstehen und die Aussicht geniessen. Da passiert es auch schonmal, dass man beim Aussicht-genießen zur Seite geschoben wird. 🙂

Von Iguazu ging es nach spontanem Buskauf und Hostel-auschecken (der einzige Busservice nach Salta am Folgetag war voll, daher hatten wir den Indirekt-Service über Tucuman am gleichen Abend gekauft. Und das ca. 1 1/2 Stunden vorher. 🙂 ), ging es dann nach Salta. Vorbei an unzähligen Mate-Plantagen durch den weiten Norden Argentiniens. Gesehen haben wir davon leider nicht so viel. Zum einen war es Nacht, zum anderen wird man im Bus immer sehr gut (zwangs-)beschäftigt. Ein schlechter Film nach dem nächsten und wenn man mal aus dem Fenster schauen will, wird man gebeten doch bitte die Gardine zu schließen, damit die anderen Mitreisenden besser dem Filmschauspiel folgen können. Ein unvergessliches Erlebnis 🙂 Gehirnwäsche pur. Wenn man dann nach 20 Stunden Fahrt voller schlechtem Essen, überzuckertem Kaffee (im Endeffekt ist in Argentinien alles überzuckert. Zuckerfrei gibts nicht. Wie kann man nur. Ist ja eckelig 🙂 ), ungemütlichen Sitzen, schreienden Kindern und einem drückenden Magen (Toilette ist “Liquids only”) ankommt, kann man froh sein, dass man wenigstens weiß, welche Filme man in seinem Leben nie wieder ansehen will.

Salta an sich ist ein sehr hübschen Städtchen. Bevor ich da war hatte ich es mir als kleine WÜstenstadt mit einer schönen Kirche auf dem Hauptplatz vorgestellt. Die Kirche gibts auch, aber darum herum leben knapp 400 000 Menschen, die sich auch bemerktbar machen. Verkehrstechnisch fast schlimmer als Buenos Aires muss man aufpassen wann man wo über die Straße läuft und auch Nachts ist noch gut was los.

Von Salta gings dann nach Norden in die “Quebrada de Humahuaca”, ein mehrere hundert Kilometer langes Gebirgstal, geprägt von verschieden farbigen Gebirgsformationen, jeder Menge Kakteen, rotem Sand und wunderschönen kleinen Dörfchen. Wir haben Zwei Tage in Tilcara verbacht, einem kleinen verwunschene Dörfchen, das trotz einiger Touris absoluten Charme hatte. Übernachtet in einer kleinen Pension mit supernetter Familie, hausgemachtes Brot und Marmelade zum Frühstück, PC mit Skype (mit dem die Pensionseigentümerin mit ihrer Tochter in Italien telefoniert) und abends nettes Beisammensitzen. Einen Abend waren wir in einer traditionellen Pena, eine art “Musikbar”, wie sie sehr typisch für den NOrden sind. Dort gibt es superleckeres Essen von Locro (Eintopf) über Empanandas bis hin zu Tamales (Zeug in Maisblättern eingewickelt 🙂 ). Dazu spielt der Besitzer mit seinem schrägen geist-artigen Freund Folklore Lieder und erzählt über die traditionellen Bräuche der Quebrada.
Besucht wurde das ganze ca von 50% Einheimischen 50% TOuris, zu erkennen an ihren bunten und teilweise körperlangen Alpaca-Ponchos 🙂

Von Tilcara ging es über Humahuaca, einem total überlaufenen (Lonely Planet: “kaum touristisch, sehr ruhig und abgelegen”) Städtchen richtung La Quiaca, der Grenzstadt zu Bolivien. Dort haben wir die Grenze nach VIllazon, Bolivien, überquert um von dort weiter Richtung Uyuni zu den legendären fliegenden Berge von Pandora…. ach ne… moment Falscher Film…. legendäre Salzwüste von Uyuni mein ich natürlich. 😉
In dem Moment, in dem man die Brücke nach Bolivien überschreitet, betritt man eine andere Welt. Der Unterschied ist der Wahnsinn. Zwischen dem ruhigen Städchten auf der argentinischen Seite und dem voller Menschen, Läden, und Autos nur so wimmeldem Villazon. Viele Menschen auf der Straße, tausende kleine Läden, die allen möglichen Ramsch verkaufen, heruntergekommene Straßen und nach 5 Minuten der erste Versuchte Raub. Wilkommen in Bolivien 🙂

Sicher im Zugterminal angekommen gab es keine Tickets mehr nach Uyuni. Ziemlich blöd, da der Zug nur alle 2 Tage fährt. Da hatten uns wohl die 50 in der “Empfangshalle” schlafenden, rauchenden oder Matetrinkenden Israelis die Plätze weg geschnappt 🙂 Es gab alledings noch Tickets ins 4-Stunden Fahrt (100 km) entfernte Tupiza, von dem Busse nach Uyuni fahren. Mitlerweile waren wir zu 8 (einige Argentinier, die wir in Humahuaca oder auf dem Weg nach La Quiaca kennen gelernt haben). Die Nacht haben wir nach einer genialen Zugfahrt (mit Modern Talking als Fernsehprogramm. Der Fernseher war nicht auszuschalten) und einigen witzigen Preisverhandlungen im Hostel bei netter Gitarrenmusik unserer Argeninier verbracht. Mitlerweile war die Gruppengröße auf 14 angewachsen. Am nächsten Tag haben wir uns von den meisten getrennt und sind mit 4 der Argeninier im Bus nach Uyuni. 7 Stunden Fahrt, aber absolut genial. Kein Vergleich zu Argentinien. Wo man in Argentinien 5 Sterne Reisebusse mit Stuart, Essen, TV, WC, Klima und das ganze auf asphaltierten Straßen hat, gibt es in Bolivien im Süden keine einzige asphaltierte Strasse, der Bus hätte auch gut als Museumsstück durchgehen können, die Sitze waren teilweise aufgeschlitzt, der komplette Gang war mit stehenden (!) Mitfahrern besetzt (die größtenteils nach 4 Stunden in der Mitte des NIchts in einem kleinen Mienendörfchen ausgestiegen sind) und ein Teil des Gepäckraums war voll mit lebenden Ziegen. Tupiza lag auf gut 2900 metern, Uyuni liegt aber nochmal gute 700 metern höher. Also ging es auhc schön durchs Altiplano, auf netten Schotter-Gebirgsstrassen. Ohne Leitplanke. Mit dem 200 Meter Abhang nur einen Katzensprung entfernt 🙂 Total geil. Mati, einer der Argentinier hat sich total in die Hosen geschissen und im Endeffekt seine Gardiene zugezogen. Banause 🙂

Uyuni ist auch eine Sache für sich. Man fühlt sich als Touri irgendwie unerwünscht. Ich weiss nicht ob das an der Schüchternheit der Bolivianer liegt, oder einfach an ihrer Einstellung gegenüber den Touris. Alle wirken dort sehr verschlossen und teilweise abweisend.
Die Leute an sich sind sehr arm und alles ist ziemlich heruntergekommen. Das Internetcafe (eines von zwei) hat trotz geworbenem “Broadband Internet” gute 5 Minuten für einen Seitenaufbau gebraucht. Die meisten haben es aufgegeben, ich habe mich darauf beschränkt, Mailbetreffe zu lesen und im dringenden Fall die Mail zu öffnen.
Man merkt die Unterscheide zwischen Argentinien und Bolivien schon sehr krass. Beispielsweise gab es in Uyuni keinen Käse. Kein Brot außer Toastbrot aus der Tüte. Die Hostelküche hatte kein fließendes Wasser und der Abfluss war auch vorübergehend außer Gefecht. Wasser trinken darf man dort aber sowieso nicht, wenn man nicht an Vergiftung sterben will. In der Strasse gibt es viel Essensstände, die man aber als Ausländer auch meiden sollte. Kühlschränke gibt es im SÜden nicht, daher sind Milchprodukte aller Art auch raus. Im Endeffekt hat man uns geraten uns auf Hünchen und Reis zu beschränken. Für 3 Tage ist das Ok 🙂

Die 3 Tage hatten wir nämlich noch vor uns um von Uyuni durch die Salzwüste nach Süden durchs Altiplano in Richtung Chile zu fahren. Das Ganze wird im Rahmen einer 3-Tour angeboten. Knappe 80 EUR für 3 Tage Transport, Essen und Übernachtung. Natürlich alles sehr einfach (man muss Glück haben, wenn es eine Klospühlung gibt), aber das Essen war genial lecker und die Tour unvergesslich.
Bilder sprechen mehr als Worte… also Augen auf und Mund zu 🙂

In San Pedro de Chile angekommen haben wir erst mal verstellen müssen, dass wir den 2-tägigen Bus zurück nach Argentinien gerade verpasst hatten und somit der PLan, nochmal in COrdoba oder noch einmal in die Quebrada zu fahren raus war. Dafür hatten wir zwei nette Tage auf einem Campingplatz. San Pedro ist am Fuße des Altiplanos ein ziemlich touristischer Ort, was auch verständlich ist, da es umgeben von tollen Naturwundern ist, unter anderem der trockensten Wüste der Welt. Dadurch, dass absolute Nebensaison war und somit ziemlich wenig, war es aber sehr angenehm. In der Tourisaison möchte ich dort aber nicht sein. Die Innenstadt besteht zu ca. 80% nur aus Tour-Agenturen, Restaurants und “Artesanales”-Shops (Ponchos und co).

Wir haben dort zwei gechillte Tage verbracht und uns dann im Busmarathon auf den Rückweg nach Buenos Aires gemacht. 10 Stunden nach Salta und von dort am nächsten Morgen (die Busse am gleichen Abend waren leider voll) 23 Stunden nach Buenos Aires. Eine etwas verpeilte Fahrt. Neben den üblichen schlechten Filmen (wobei Avatar auch lief. Danach hatte ich ihn dann zum 5ten mal gesehen 🙂 ), haben wir irgendwann gegen 23:00 irgendwo in der Pampa angehalten und herein kamen 5 bolivianische Familien, jede Person mit mindestens einem Kind auf dem Arm. Die Kinder wurden auf dem Sitz/Schoß gestapelt, das Gepäck in die Zwischenablage über den Sitzen gestopft und dann ging es weiter. Mit viel Gezetere und Geschrei. Zusätzlich noch die Busklimaanlage, die den Bus auf gefühlte 10 Grad runterkühlt – und das die komplette Nacht.
Gegen 2 Uhr nachts ging dann auf einmal das Licht an und es hiess umsteigen. in einen anderen Bus. Mitten in der Pampa (in der wirklichen Pampa 🙂 ) auf dem Standstreifen wuseln dann 50 schlaftrunkende Menschen, versuchen Ihre Kinder iregndwie beisammen zu halten und ihr Gepäck in den anderen Bus um zu schichten….

Im Endeffekt sind wir dann aber nach 2 1/2 genialen Wochen wieder gut in Buenos Aires angekommen. Am gleichen Tag (Sonntag) haben wir dann einen der vielen Sonntagsmärkte abgeklappertund danach gabs ein traditionelles Abschiedsasado für Julia, wobei diesmal komischerweie alle der eingeladenen Leute gekommen sind und unser Hof mit 35 Leuten aus allen Nähten geplatzt ist 😉

Nun bin ich seit einer Woche hier wieder “auf mich allein gestellt” 😀 lol, und genieße noch die letzten Wochen hier.
9 Monate bin ich nun hier. Eine lange Zeit… sollte man meinen. Ging vorbei wie im Flug. Als wär es gestern gewesen, als ich aus Karlsruhe weggefahren bin.
Wenn ich aber darüber nachdenke wie ich hier ankam, unsicher, ohne jede Ahnung, mit eingerostetem Spanisch, niemanden verstehend, von niemandem verstanden, in der WG, in der Uni, voller neuer Eindrücke, Situationen, Gefühle, Gerüche,… . Dann kommen mir die 9 Monate auf einmal verdammt lang vor, fast wie ein komplettes Leben. Eben ein Lebensabschnitt in einem anderen Land. Andere Kultur, andere Sprache, andere Sitten. Umgeben vom Ungewohnten was zum Gewohnten wird. Das Gewohnte wird zum Ungewohnten. Man sieht Sachen, die man niemals erklären oder erzählen kann. Sachen, die man einfach erlebt haben muss. Situationen, Menschen. Dinge, die einen sehr prägen.

Und auf einmal heisst es zurückfliegen in wenigen Wochen.
4 Wochen.
Eine lange Zeit…eigentlich.
Und trotzdem beschäftigt sich jeder 5 Gedanke damit.

Wie ist das, wenn ich wieder zu Hause bin, versuche das ungewohnt gewordene wieder zum Gewohnten zu machen.
Einen Alltag zu finden.
Freunde wieder zu sehen.
Zu erzählen. Erzählt bekommen.
Sich wieder in ein anderes Land, eine andere Kultur einzuleben.

Ein wenig Schiss hab ich ja schon davor. Nicht, weil ich glaube, dass es anders sein wird (das wird es anfangs ganz bestimmt, aber der ALltag kommt schnell genug), sondern eher weil ich Angst davor habe die hier gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse zu verlieren. Gewohnheiten die hier so alltäglich sind. Freunde, die hier für jeden Mist zu haben sind. Mate, Asado, San Telmo am Sonntag, die Bomba am Monta, Fussball in der Cancha um die Ecke am Dienstag.

Das Beste ist wohl, sich weniger Gedanken darüber zu machen und die Zeit in jeder Sekunde zu genießen. Veränderungen kommen so oder so. Es kommt nur darauf an, was man daraus macht.

**** EDIT ****

So endlich schaff ich es nochmal “ein paar Bilder” online zu stellen. Die schon drei mal gekürzte Auswahl war mit 250 Bildern immernoch zu groß, daher hier wirklich nur die, die mir am besten gefallen 🙂

Argentinischer Herbst
Polly

Argentinischer Herbst

Flor

Argentinischer Herbst

Mati beim Parilla-anzünden

Argentinischer Herbst
Eines der vielen sonntäglichen Asados 🙂

Argentinischer Herbst
Random Flamenco-Konzert in einer Bar in Palermo

Argentinischer Herbst
Favorite Dinner: Super dulce de leche – Eis von der Eisdiele um die Ecke (1 KG = 3 EUR) mit “Tinto” (Rotwein) 🙂

Argentinischer Herbst

Argentinischer Herbst
Corrientes

Argentinischer Herbst
Rainy Asado 🙂
Aber: Dem Ingeniör ist nichts zu schwör – Regenüberdachung aus Leiter und unserer alten Tür und einem Stück Plastik machts möglich 🙂

Argentinischer Herbst
Fleisch trotz Regen 🙂

Argentinischer Herbst
“Cuadrilito”

Argentinischer Herbst
Max und Maria. Der Franzose muss den Wein ja kennen

Argentinischer Herbst
Eine der vielen kursierenden Blüten. Man sieht sogar das gefakete Wasserzeichen

Argentinischer Herbst
Vale beim Frühstück

Argentinischer Herbst
24 de Marzo – Jahrestag der Militärdiktatur. Zu diesem Anlass gabs eine riesige Demo mit tausenden von Leuten vom Kongress bis zum Plaza de Mayo gegen das Vergessen der Geschichte und der Opfer der Militärdiktatur.

Argentinischer Herbst
Die “Madres del Plaza de Mayo” waren natürlich vertreten

Argentinischer Herbst
Allerdings auch andere politische Gruppen und Parteien, die sich teilweise vermummt und mit Schlagstöcken beteiligten

Argentinischer Herbst
Hier die etwas friedlicheren… 🙂
(Bild gemacht auf der 9 de Julio – die komplett gesperrt war)

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Peronisten

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Plaza de Mayo

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Kathedrale in Salta

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Auf dem Weg von Salta nach Cafayate

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Na, was heisst das? 🙂

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Die Ruta 40.

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Nach kurzem, aber intensiven Regenschauer mussten wir mehrere “Flüsse” durchqueren.

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Mal wieder ein Friedhof. Ich find die ja faszinierend 🙂 Dort sind wahrscheinlich mehr Farben zu finden als in den meisten deutschen Wohnzimmern (und Kreuze wahrscheinlich auch).

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“Gestatten, mein Name ist Kaktus. Ich wohne hier.”

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Der Weg zurück nach Salta – 1 1/2 Stunden total geile Serpentinen.

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Plaza Francia in Buenos Aires. (Neben dem Cemeterio de Recoleta)

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Fleischküchle – Una receta de la Oma 🙂

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Asaaado 🙂

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Flor – mein Lieblings-Fotomodel 🙂 – auch wenn sie es nicht so zu schätzen wusste 🙂

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La Bomba del Tiempo – Percussion-Konzert der Extraklasse.

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Vale – la “Tana”

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Polly

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Morgensonne auf dem Dach

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Bonnie 🙂

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Unser Patio. Mein Zimmer ist “oben links”

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Meine Lieblingstätigkeit…. Chillen 🙂

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Flor auf dem Weg aufs Dach 🙂 – wie gesagt: Lieblings-fotomodel und so.

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Im Casa Rosada – das argentinische Weisse Haus, nur eben Rosa 🙂

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Presseraum der Präsidentin. Mit Evita im Hintergrund 🙂

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Jules

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Feria in San Telmo. 80% Touris 🙂 Die Waren die man hier kaufen kann, bekommt man im “jüdischen” Viertel “Once” zu einem drittel des Preises.

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Asado – mal wieder

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Jules

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Jesuitenmissionen San Ignacio in der Provinz Missiones im Nordosten Argentiniens

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Touribild… eines der 4 die wir gemacht haben 😀

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Wasserfälle von Iguazu – absolut genial!

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Es war schwer, mal keinen Regenbogen im Bild zu haben.

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Die “Garganta del Diablo” – Teufelsrachen. Eine sichelförmige “Schlucht”. Den Boden sieht man vor lauter Gischt nicht.

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Einer der tausenden exotischen Schmetterlinge

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Die brasilianische Seite – Gesamtüberblick über die Fälle

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Rechts im Bild das wunderschöne Sheraton Hotel. Ein grüner Betonklotz.

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Die Garganta del Diablo von der anderen Seite

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So sieht das dann mal aus, wenn man 5 Schritte nach hinten geht.

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Salta – schon wieder 🙂

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Tilcara in der Quebrada de Humahuaca – einer der schönsten Orte, die ich je gesehen hab.

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Pucara – restaurierte Inka-ruinen

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In der Quebrada sieht man sehr viele mehrfarbige Berge – ein Blick auf den Boden lässt das nachvollziehen.

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Bissl Wandern. Mal wieder zur “Garganta del Diablo” 🙂
(Ich glaube über die Namensgebung in Argentinien hab ich mich schon mal ausgelassen. Man findet ürinzipiell in jedem Dörfchen alle Strassen namen früherer Präsidenten/Schlüsselfiguren (Peron, Rivadavia, Alvear, San Martin ….), teilweise kryptische Daten (9 de Julio, 25 de Mayo, 28 de Marzo, …) oder Städte-/Ländernamen (Corrientes, Cordoba, Santa Fe, Chile, Mexico, Peru, Honduras ….). Zusätzlich werden die umgebenden Felsschluchten und Wasserfälle mit “Cascadas escondidas” (versteckte Wasserfälle) oder eben “Gargantas del Diablo” bezeichnet. Irgendwas “escondida” findet man eigentlich immer 🙂 )

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Tilcara

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Ich musste das einfach fotografieren 🙂

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Humahuaca – laut Lonely Planet ein ruhiges, abgelegenes und kaum von touristen besuchtes Städtchen. Pustekuchen. Man konnte sich vor Touristen und Einheimischen mit “Hutbergen” kaum retten.

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Gemüsemarkt

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La Quiaca – an der Bolivianischen Grenze. Hier ein Bus der zur Parilla umgebaut wurde 🙂

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“Wurmloch” zwischen zwei Welten. Der Grenzübergang nach Bolivien.

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Das “Gepäckfinden” nach dem Ankommen in Tupiza.

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Fleischmarkt in Tupiza. Man beachte die fortgeschrittenen Kühlmaßnahmen – “Frischluft”. p.s.: Kühlschränke gibts dort nicht.

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Tupiza liegt auf knapp 3000Metern. Von dort geht es nach Uyuni nochmal einige huntert Meter auf 3600m hoch.

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Unsere drei Musikanten. Hier beim Improvisierten “Potosí-Groove” im Busbahnhof von Tupiza 🙂

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Ein wenig gelungenes Foto durch das völlig verdreckte Busfenster aus dem Bus nach Uyuni. 7 Stunden für 100 km. Das Wort “Schotterpiste” bekommt hier ein völlig neues Niveau 🙂 Dagegen ist die Straße nach Ushuaia im chilenischen Feuerland schon fast eine Rutschfläche.

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Mienenstädtchen zwischen Tupiza und Uyuni

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3-4 Leute sitzen durchgehend während der kompletten Fahrt vorne beim Fahrer auf den Amaturen.

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Uyuni

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Eisenbahnfriedhof – Telaviv 🙂

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Wer hat denn den Spacko freigelassen? 😀

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Salzgewinnung am Rande der Salzwüste

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Tourifalle. Alle Häuser sind hier aus Salz gebaut. Sehr witzige Sache.

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😉

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Noch mehr Salzhewinnung. Das Salz wird hier zu Hügeln aufgeschüttet, damit es besser trocknet. Der Boden steht hier im Wasser. Erwartet man gar nicht von einer Salzwüste 🙂

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Salzwüsten sind gefährlich!
Hier muss man aufpassen, dass man nicht vom Winde verweht…

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…vom Dino gefressen…

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…oder vom Nandu zerpickt wird 🙂

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Beim Verdunsten des Wassers entstehen wabenähnliche Formen

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“Hü, Bronchi, Hüüü!”

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Hier ne Skitour… das wärs 🙂

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“La Isla de los pescadores” – die Fischerinsel. Die größte Steininsel in Mitten des Salars.

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Und so sieht das ganze dann aus, wenn man sich mal etwas dreht 😀 Ein geniales Spektakel. 90% davon waren Israelis, die ca. 5 Stunden damit verbracht haben Fotos zu machen. Man muss ja schließlich mindestens alle Motive nachstellen, die schon die restlichen “Freunde” aus Israel bei Ihrer Südamerikareise gemacht haben. Und mindestens noch 5 mehr.
Verzeiht den Sarkasmus – aber da ist mir die Lust echt vergangen….

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Für eines hat sie dann doch noch gereicht….

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“Riesenkakteen” – sooo groß waren die aber gar nicht. (9 Meter immerhin)

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Aus der Unterkunft, einer kleinen Siedlung südlich des Salars.

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KinPin (ich fand KingPin ja cooler), unser Fahrer, beim Beladen des Jeeps

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Llamas (gesprochen: “Schama” 🙂 ) welcher deutsche Malle-Urlauber ist denn da wieder auf “Lama” gekommen? 🙂

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Übers Altiplano…. geschätzte Höhe: 4000 Meter. Trotz Sonne eigentlich ziemlich frisch dort oben 🙂

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Sebastian… eigentlich heisst er ja Captain Jack Sparrow – er wollte es nur nicht zugeben (man beachte die Federn im Haar 🙂 )
Eigentlich Dokumentarfilmer, nur die Kamera war zur Reparatur. Hat uns ein paar seiner Werke gezeigt. Ziemlich genial. Vom Vulkanausbruch in Chaitén, über eine Surferdoku bis zum Erdbeben in Chile alles dabei.

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Laguna verde/azul/blanca/colorada…. eine von den vieren. Alle in unterschiedlichen Farben und übersäht mit Flamingos

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Ada – oder auch “Adita” – unsere Tourbegleiterin und geniale Köchin.

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Ein Füchschen am “Straßenrand”.

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Die Augenklappe wurde vom Wind weggeweht 🙂

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Der “Arbol de Piedra” – Steinbaum. Wenig spektakulär….

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…wenn man die Felsformationen darum herum sieht.

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Julchen…. na wo sitzt sie?

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Laguna Colorada

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Salz/Sandsturm

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Immer mit dabei 🙂

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Verpeilter Moment. Früh um 5:30 auf 4980m bei gefühlten -10° neben Geysiren. Der höchste Punkt (abgesehen im Flieger) auf dem ich je war.

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Danach gings zu natürlichen Thermen. 35-40 Grad warmes Wasser wird hier in einem künstlich angelegten Becken zur Touribelustigung benutzt. Die Hälfte der Leute hat sich nicht reingetraut, weil es draußen so kalt war. Ich habs drinnen nach 30 Minuten nicht mehr ausgehalten. Sauna pur…. 🙂
Aber die Aussicht war cool 🙂

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Die Bolivianische Grenze 🙂

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San Pedro de Atacama – absolute Touristenhochburg, aber dank Nebensaison sehr ruhig und erträglich. Waren hier 2 Tage “festgesessen”, da nur alle 2 Tage ein Bus über den Pass nach Argentinien fährt. Wir hatten ihn um wenige Stunden verpasst.

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Umgeben von Vulkanen, Felsschluchten, der Atacama (trockenste Wüste der Welt), Salzseen und anderen Naturschauspielen

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Matecito

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“Wandern” zum Valle de la muerte

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Valle de la muerte

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Ausgetrocknetes Flussbett

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Kathedrale mit Southern Cross

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Der Weg über die Anden nach Argentinien. Durch Unwetter und Schneetreiben. Hatten Glück, dass der Pass nicht gesperrt wurde

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An der Grenze auf 4500m

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Salta

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Buenos Aires. Die “Villa 13” neben dem Busbahnhof – eine der größten Villas in Buenos Aires, die allerdings “umgesiedelt” werden soll, da sie relativ nahe am Luxusviertel Puerto Madero liegt und sich viele Inverstoren wegen der “Gefahr” nicht zu investieren trauen. lol….
Dann doch lieber in den Süden zu all den anderen armen Vierteln und Villas….

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Mausoleum auf dem Cementerio de Recoleta

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Linsencurry 🙂

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Ceci, eine der belesensten Personen die ich kenne.

h1

Nahuel Huapi Traverse

March 10, 2010

Jetzt musst ich mich doch mal zwingen mich aus meinem gerade so wahnsinnig stressigen Lebensstil (bestehend aus Schlafen, Trinken, Musikhören, Schlafen, Essen, chillen,…) zu befreien und etwas für die Nachwelt zu hinterlassen: Einen Bericht über einen 5-Tagestrek im Nationalpark Nahuel Huapi, der an das argentinische Bariloche angrenzt.

Der Nationalpark Nahuel Huapi (gesprochen: “Naael Wuapie”) ist einer der ältesten Nationalparks Argentiniens und liegt mittem im so genannten Seengebiet umringt von unzähligen Vulkanen und anderen Bergen der Cordillera de los Andes (Andenkette). Die Landschaft dort ist ein Mix zwischen zerklüfteten Vulkangestein, (teilweise noch aktiven) schneebedeckten Vulkanen, alpenähnlichen Berglandschaften gespickt mit (von Gletschern gespeisten) Gebirgsseen und türkiesblauen Seen. Ein Traum 🙂
Im direkt angrenzenden Bariloche – im Winter ein Wintersportparadies, im Sommer ein Wanderparadies – lässt es sich auch gut aushalten. Alles zwar sehr touristisch (zumindest im Zentrum – verlässt man das Zentrum steht man auf einmal zwischen Wellblechhäusern und Müllhalden), aber es wird auch viel geboten. Bariloche ist berühmt für seine gute Schokolade, die sie von den Schweizern geklaut haben. Man findet unzählige Schokoladerien mit noch unzähligeren (:D tot töter am tötesten….) Geschmacksvarianten. Im naheliegenden Dörfchen Colonia Suiza, der schweizer Kolonie, kann man nette schweizer Architektur bewundern, selbstgebrautes Bier schlürfen und sich mit Käse-Fondue sättigen. Fast wie zuhause also 🙂

Eigentlich hatte ich gar nicht geplant den Trek zu machen, hatte aber gute Sachen darüber gehört und bin so also einen Tag nach meiner Ankunft in Bariloche und einer Nacht mit wenig Schlaf (Winetasting im Hostel) mit zwei Holländern aus meinem Zimmer zum Park aufgebrochen. Die beiden wollten nur einen Tagestrip machen, der an einer Berghütte, dem Refugio Frey, vorbei führt. Von dort kann man den Trek dann weitere 4 Tage fortsetzen. Das nette an dem Trek ist, dass man theoretisch jeden Tag nach Bariloche zurückkehren, den Trek also abbrechen kann. Nach jedem Tagestrip nächtigt man an einem Refugio von welchem ein Weg ins Tal führt.

Leider hab ich im MOment keine Karte von dem Trek. Im Internet finde ich nur die ersten beiden Tage und meine Karte hab ich nem kanadischen Pärchen gegeben und vergessen mir wieder geben zu lassen 😀

Ich poste einfach viele Bilder und kommentiere das Ganze an den Bildern 🙂

Tag 1 – von Villa Catedral nach Refugio Frey

Mit dem bus gings von Bariloche ins nahe gelegene Villa Catedral. Catedral, da der Ort am Fusse eines großen Felsmassivs liegt, welches wie eine Kathedrale mit vielen Türmen aussieht. Der Bus war so voll mit Tagesausflüglern (und auch ein paar Trekkern), dass er nach unserer Haltestelle gar nicht mehr angehalten hat. Blöd, wenn einer von 3 täglichen Bussen nicht anhält, weil er zu voll ist. Fast wie Bergkirchweih 🙂

Vom Parkplatz ging es einen relaaaaxten fast horizontal verlaufenden Pfad in die Berge.
Nahuel Huapi Traverse
Vorbei an verbrannten Lenga-Wäldern

Nahuel Huapi Traverse
Am Horizont ist Bariloche zu sehen.

Nahuel Huapi Traverse

Nahuel Huapi Traverse
Besagte Seen im Hintergrund.

Nahuel Huapi Traverse
Nach 2-3 Stunden gemütlichem Vor-sich-hin-trotten wird es dann schlagartig steiler. In der letzten Stunde Marsch legt man gute 800 Höhenmeter zurück. Der Sandige Pfad windet sich am Bergmassiv des CErro Catedral nach oben in Richtung Regufio Frey. Auf dem Weg kamen uns viele Tageswanderer entgegen die den Rundtrek von der anderen Seite angefangen haben. Faul. Mit dem Sessellift. Und dann unserern Weg nach unten 🙂

Nahuel Huapi Traverse
Erster Tag geschafft. Das Refugio Frey in Sichtweite…

Das Refugio Frey hat mir seeehr gut gefallen. Im Refugio selbst war ihc zwar nicht drin, aber die Lage und die Stimmung waren genial. Es liegt direkt neben einer Gletscherlagune in einem Gebirgskessel umgeben von tausenden Kletterfelsen. Ich hab einen Kletterführer auftreiben können. Einfach nur genial. Jetzt weiss ich warum Bariloche als das argentinische Mekka für Kletterer bezeichnet wird. Und ich dachte das wäre übertrieben.

Nahuel Huapi Traverse
Ein pensionierter Kanadier. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass er noch eine größere Rolle in der “Geschichte” spielen würde 🙂

Nahuel Huapi Traverse
Die Laguna Torcek…

Nahuel Huapi Traverse
… mit den Ausläufen der Cerro Catedral-Türmen

Tag 2 – Refugio Frey nach Refugio San Martin

Nahuel Huapi Traverse
Gebirgskessel im Morgengrauen

Ca. 20 Sekunden nachdem ich gestartet bin hab ich Andy kennen gelernt. Ein Engländer, der genau den gleichen Trek machen wollte wie ich. Wir kamen beide aus dem angrenzenden Wald der Lagune (dort gab es mehr oder weniger trockene und ebene Plätze zum Campen) herausmarschiert udn haben uns in einer Y-Kreuzung getroffen. Von da an sind wir dann einfach zusammen weiter gelaufen.

Nahuel Huapi Traverse
Nach einem guten Stück Kletterei zum Aufwärmen der Blick zurück auf die Lagune.

Nahuel Huapi Traverse
Immer den roten Punkten folgen…. klingt komisch, ist aber so.

Nahuel Huapi Traverse
Der Blick auf der anderen Seite des Bergkessels. Im Hintergrund der Nahuel Huapi-See.

Nahuel Huapi Traverse
Vom Kamm geht es die gleiche Höhe (oder sogar mehr) wieder nach unten. Danach wird ein Tal durchquert und erneut ein Gebirgszug überquert. Alles nach oben und danach wieder nach unten. Am Fus liegt dann das Refugio San Martin.

Nahuel Huapi Traverse
Andy beim Abstieg – oder besser “Abrutsch”. Teilweise konnte man 10-20 Meter einfach mit den Schuhen auf dem Geröll herunterrutschen. Macht Spaß, tut aber weh, wenn man doch mal das Gleichgewicht verliert 🙂

Nahuel Huapi Traverse
Der “Rutschweg” mit zu durchquerendem Tal im Hintergrund.

Die Gegend um Bariloche herum ist wie gesagt sehr schön. Auch das Wetter hat gut mitgespielt. In meiner kompletten Zeit in Bariloche (8 Tage glaub ich) hatte ich einen Tag, an dem der Himmel nicht perfekt blau und wolkenfrei war. Und auch an diesem Tag konnte man die Wolken an einer Hand abzählen. Alles schön und gut, das ganze hat aber auch Nachteile. Der größte heisst “Tábanos”. Tábanos (auf deutsch: Pferdebremse) sind die nervigsten und penetrantesten Viecher die ich in bis jetzt erlebt habe. Mit bis zu 2 cm Länge versuchen sie alles um einen armen Wanderer um sein Blut zu berauben. Da sie an die ledrige Haut von Pferden und Kühen angepasst sind, werden sie auch nicht von Tshirts oder Hosen abgehalten. Und das schlimmste ist: Wenn man draufhaut, fliegen sie einfach weiter. Die beste Methode (und ich hab genug Erfahrung damit gesammelt 😀 ), sie zu töten ist folgende:

1. Warten bis sich einer der riesigen Blutsauger auf dem Arm, Bein, Schulter, Nase o.ä. niedergelassen hat
2. Sie sind zwar kräftig, penetrant und widerstandsfähig, aber seeehr langsam. Man hat ca. 2-3 Sekunden Zeit bis der Tabano gemerkt hat, dass er wirklich auf Haut gelandet ist und seinen Stachel in die selbe hineinrammen will
3. Gut ziehlen und weit ausholen
4. Mit aller Kraft möglichst konzentriert auf die angepeilte Stelle schlagen.
5. Vorsichtshalber mit dem Schuh noch 2-3 mal auf den Tabano eintreten, denn normalerweise sind sie nur einige Sekunden paralysiert und fliegen dann weiter

Nahuel Huapi Traverse
Kaffepäuschen mit israelischem Pärchen auf dem nächsten Kamm.

Nahuel Huapi Traverse
Von hier geht es “nur noch” berg ab zum am Fuss gelegenen Refugio San Martin. 80 Leute können hier theoretisch schlafen.

Nahuel Huapi Traverse

Nahuel Huapi Traverse

Nahuel Huapi Traverse
Abendessen auf dem angrenzenden Felsen. Der vorher erwähnte und mit Gitarre abgelichtete Kanadier hat sich als pansionierter Bergführer mit 30 jähriger Erfahrung entpuppt. Er, Bernhard, war zusammen mit einer 50-jährigen spanischen Lady, Maricruz, unterwegs um den Trek zu machen.

Nahuel Huapi Traverse
Maricruz

Der dritte Tagestrek wurde uns von allen abgeraten. Von Informationen á la “nur mit Bergführer möglich” über “Pass ist geschlossen und unpassierbar” bis hin zu “wir empfehlen strengstens diesen Abschnitt nicht zu machen” war alles dabei. Die Alternative: Absteigen durch ein Tal bis zur Staße, 5 km die Straße entlang und dann wieder durch ein Tal nach oben. Uff….
Konrad, mit dem ich auf der Carretera Austral etwas unterwegs war ahtte mir ein paar Tage vorher geschrieben, dass es machbar ist. Von daher wollte ich es zu mindest versuchen. Alleine ist das natürlich immer schlecht. Mit Andy war es genau das gleiche und da Bernhard und Maricruz auch nicht absteigen wollten sind wir am nächsten Tag zu viert gestartet, nachdem wir ein “Vermisstenformular” im Refugio ausgefüllt haben. Dieses muss man nach Ankunft im anderen Refugio einreichen sonst werden die Rettungstrups los geschickt 🙂

Tag 3 – Refugio San Martin nach Refugio Italia

Früh um 8 gings nach kurzem Frühstück los. Angeblich sollten nur die ersten 2 Stunden kritisch sein, der Rest danach ziemlich einfach. Diese 2 Stunden hätten es wohl aber insich. Steiles Klettern um die erste Gebirgskette zu überwinden….
Eine Tatsache, die diesen Abschnitt noch erschwert: Es gibt kaum Markierungen. ANders als vorher gibt es keine roten Punkte (bzw. nur seeeehr verblasst und mit Glück sichtbar). D.h. man kann schnell den Weg verlieren und muss aufpassen wo man landet. Unsere Theorie war, dass sie die Markieung nicht mehr aufgefrischt haben, um den Pass in 1-2 Jahren schließen zu können, zu mindest für die “Öffentlichkeit”

Nahuel Huapi Traverse
Steinmarkierung, die unter Umständen schwer zu entdecken und zu folgen sind.

Nahuel Huapi Traverse
Der Cerro Refugio. Besagter 2-Stunden-Kletteraufstieg

Nahuel Huapi Traverse
Maricruz und Bernhard

Nahuel Huapi Traverse

Nahuel Huapi Traverse
Der Grund warum ich mit meinem 5°-Komfortschlafsack in der Nacht ein einziger Eisklotz war. Gefrohrener Boden

Nahuel Huapi Traverse
Klettern mit 20 Kg Rucksack…. 😀

Oben angekommen wurde es dann aber alles andere als einfach. Geröllfelder, Schneefelder und jede menge steile Hänge die zu überqueren waren.

Nahuel Huapi Traverse

Nahuel Huapi Traverse

Nahuel Huapi Traverse
Bernhard vor dem zu kreuzenden Kessel. Der “Pfad” ging einmal an der Schrägen Bergwand entlang bis nach rechts an den Rand des Bildes. Von dort auf dem Kamm weiter zum Cerro Navidad, dem Weihnachtsberg 😀

Nahuel Huapi Traverse
Abstandhalten, falls eine Gerölllawine ausgelöst wird. Die Brocken waren teilweise so groß, dass sie ohne jede Mühe jeden Fuß/Knie zu Brei verarbeiten hätten können. Dann wieder kleines Geröll bei dem man unter jedem Schritt einen halben Meter Richtung Tal rutscht.

Nahuel Huapi Traverse

Nahuel Huapi Traverse
Fast auf dem Cerro Navidad

Ein kleines Panorama vom Cerro Navidad (mit ein paar Fehlern drin. Hab grad keine bessere Software da für Panoramas, die das besser hinbekommen würde):
Nahuel Huapi Traverse

(Klicken zum Vergrößern)

Von dort aus wurde es aber nicht einfacher. Ein schwieriger Abstieg nach dem nächsten. Rutschiges Geröll, mehrere hundert Meter lange Eisfelder (Auf den Po setzen und runterrutschen und dabei hoffen, dass kein spitzer Stein unter dem Eis verborgen ist. Den zukünftigen Kindern zur Liebe 😉 )

Nahuel Huapi Traverse
“Nur noch dieses nette Tal durchqueren und dann am Ende ein steiler Aufstieg zum Refugio (welches im Bild am Ende des Tals schräg links oben auf dem Felsen liegt)”. Pustekuchen. Das Tal war gespickt, von glitschigen Felswänden über Wasserfällen, Schlammbädern bis 25 cm Tiefe, stachelige Wälder und Büsche und jede Menge Tabanos 😀 Im Endeffekt alles andere als relaxtes Laufen 🙂

Nahuel Huapi Traverse
Andy

Nach weiteren 2-3 Stunden durchs-Gebüsch-schlagen und einem seeeehr steilen Aufstieg zum Refugio hatten wirs dann endlich geschafft. Nach 9 Stunden Fußmarsch (langsam aber stetig 🙂 ) waren wir am Refugio Italia angekommen. Der härteste Tagesmarsch den ich bis jetzt in meinem Leben gelaufen bin. Aber auch mit Abstand der Beste 🙂 Die Mühe hat sich also auf jeden Fall gelohnt

Nahuel Huapi Traverse
Das Refugio….

Tag 4 – Refugio Italia nach Refugio Lopez

Maricruz und Bernhard hatten beschlossen einen Tag auf dem Refugio Italia zu bleiben und etwas zu entspannen und auszuruhen. Also bin ich am nächsten Morgen allein mit Andy los zum Refugio Lopez, dem letzten wirklichen Abschnitt des Treks. Von dort aus sind es nur noch 2-3 Stunden Abstieg zur “schweizer Kolonie” (Colonia Suiza) von wo ein Bus nach Bariloche fährt.

Nahuel Huapi Traverse
Refugio Italia mit angrenzender Laguna negra. So negra ist sie gar nicht – eher blau – aber der Name kommt wohl von den angrenzenden Bergen.

Nahuel Huapi Traverse
Auf der angrenzenden Gebirgskette ging es über die Kämme in ein weites Tal

Nahuel Huapi Traverse
…um von dort auf den Cerro Lopez aufzusteigen (Im Hintergrund) Der letzte Gipfel der Etape und auch einer der höchsten.

Nahuel Huapi Traverse
Als wir den Aufstieg gesehen haben dachten wir eigentlich, dass es noch einen anderen Weg geben muss. Der Hang sah dann doch etwas abenteuerlich und steil aus. Einen anderen Weg gibt es aber nicht 🙂 (Die “Steilheit” kommt auf dem Bild leider nicht so rüber…)

Nahuel Huapi Traverse
Auf diesem schon eher… 🙂
Der Aufstieg…. ziemlich mies. Aussschließlich lose Steinsbrocken. Jeder Schritt war mehr oder weniger ein Schritt ins leere. 2 Meter hoch, 1 Meter zurückgerutscht. Dabei auf die Füße und Hände aufpassen. Festhalten und hochziehen ging auch schlecht. Oftmals hatte ich einfach den Felsbrocken (oder zu mindest das gerade abgebröckelte Stück) in der Hand. Wenn es das Rutschen anfängt, so schnell wie möglich drüber. Gleichzeitig aufpassen, dass man dem Kollegen unter sich keine Gerölllawine entgegenschickt.

Nahuel Huapi Traverse
War trotzdem cool 😀

Nahuel Huapi Traverse

Der Ausblick auf dem Cerro Lopez bzw. dem Cerro Turista: Genial. Wie in den vergangen Tagen schon hatten wir perfektes Wetter. Keine Wolke am Himmel und klare Sicht bis zum Horizont.

Nahuel Huapi Traverse
Der Blick Richtung Bariloche über den Nahuel Huapi See. Die 3 kleinen schwarzen Punkte im unteren Bereich des Bildes sind Tagestourer, die aus Bariloche aufgestiegen sind. Teilweise in Sneakern und mit ner Flasche Wein im Gepäck 😀

Nahuel Huapi Traverse

Nahuel Huapi Traverse
Highly-scenic-lunch 😀 Mate, Käse und Tunfisch und im Hintergrund die Seen-Vulkan-Landschaft. Über zwei Stunden waren wir auf dem Gipfel….

Nahuel Huapi Traverse
teilweise allein, teilweise mit 4-8 anderen

Nahuel Huapi Traverse
Nette Fotos gemacht 🙂 Dieser “Stuhl” steht einfach auf dem Gipfel. Warum auch immer… 😀

Nahuel Huapi Traverse
Andy und ich vor dem “Tronador”, dem höchsten Berg der Region, übersäht mit Gletschern.

Noch ein schickes Panorama 🙂
Nahuel Huapi Traverse

Im Bild zu sehen: der Tronador (der große weisse), Vulkan Osorno (mit seinem perfekten Gipfel) rechts davon, noch ein Vulkan, dessen Namen ich vergessen habe rechts von Osorno und Vulkan Lanin (ganz links im Bilde)

Nahuel Huapi Traverse
Letztendlich doch der Abstieg zum Refugio. Hatten überlegt oben auf dem Gipfel zu Zelten, aber dann hätten wir am nächsten Tag nicht den Mittags-Bus nach Bariloche bekommen 🙂

Nahuel Huapi Traverse
Lomo-Sandwich im Refugio nach steiler 2-stündiger Kletterei

Nahuel Huapi Traverse
Sonnenuntergang über dem Nahuel Huapi See


Tag 5 – Refugio Lopez – Bariloche

Von diesem Tag gibts gar keine Bilder mehr. Einen teilweise sehr rutschigen und steilen Weg gings nach unten ins Tal zur Straße bzw. zur Colonia Suiza. Dort haben wir erstmal eine seeehr leckere “Cerveza artesanal” – ein lokales Bierchen gezischt und sind dann mit dem Bus wieder nach Bariloche gefahren.

Resumé
Ein unerwartet genialer Trek mit vielen schweren Passagen aber absolut genialen Ausblicken. Ich selbst hab sehr viel dabei gelernt (viele Sachen von Bernhard 🙂 ) und mitgenommen (Unter anderem 500 Fotos 🙂 ). Eines der schönsten Flecken Erde die ich bis jetzt gesehen habe.